Lost in Nordhausen

Am 31.07. macht sich eine Expedition, bestehend aus  drei Ubuianern und einem Pfinztaler, gen Nordhausen ( Thüringen ) auf, um auf und außerhalb der 64 Felder ihren Spass zu haben! Während Stephan und Jürgen dieses Programm bereits seit 2008 fahren, gesellen sich heuer die beiden anderen dazu.

v.l.n.r. Jürgen, Marcus, Moritz und Stephan

Bei Musikbeschallung zu Johnny Cash, einer Blindschachpartie zwischen Jürgen und Marcus und einer längeren Verpflegungs- bzw. Pinkelpause fahren wir gut gelaunt die 500 km Richtung Norden ab.

Nach 5 Stunden Autofahrt, teilweise erschöpft und totgesessen, kommen wir endlich im Hotel an. Kurz eingecheckt, ordert uns Jürgen gleich an die Badehose einzupacken, um im Badehaus die müden Knochen auszuspannen und den chilligen Teil des Tages anzugehen.

wahre Liebe?
Wasserspielzeug haben wir genug ^^
Jürgen sieht etwas, das ihr nicht seht! ^^

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag steht seightseeing in Nordhausen an. Die berühmte Schnapsbrennerei, bei der sich uns ein Urzeit-Tier in den Weg stellt, der Petersberg, das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau, sowie die Altstadt werden abgelatscht!

Ist der Zug Pils schlägt d5 legal?!
Jäger und Sammler :)
Die drei Stooges!
Seltsame dreiköpfige Wesen treiben an der Stadtmauer ihr Unwesen

 

 

 

 

Boxenstopps hier und da an diversen Biergärten, damit der Durst gestillt wird. Abends  hängen wir in unserer Stammkneipe, dem Cafe Central, ab.

 

 

 

 

Mittwoch steht Zeitgeschichte an. Wir besichtigen das ehemalige KZ Mittelbau-Dora, welches unweit von Nordhausen liegt. Obwohl wir alle bereits in solchen Lagern waren und die Greueltaten der Nazis bekannt sind verschlägt es uns, aufgrund der Eindrücke, mehr oder minder die Sprache. Jeder reflektiert für sich das Gesehene und die Stimmung, welche tags und nachts zuvor partymäßig und voller dummer Sprüche geprägt war, ist seltsam ruhig und nachdenklich.

Eingang
Appellplatz
Krematorium mit Mahnmal für die Opfer

 

 

 

 

 

Der Abend läuft dann auch ruhiger ab, da am nächsten Morgen das Open beginnt.

Nordhausen, Donnerstag Morgen 8:32 Uhr, wir sitzen beim Frühstück! Jeder stärkt sich auf seine Art, alle vier sind noch guter Dinge das Turnier betreffend. Die turniererfahrenen Jürgen, Marcus und Stephan schaufeln sich unbeeindruckt den Wanzt voll, während der Turnierneuling Moritz etwas nervöser mit Eiern und Brötchen agiert 🙂

Bilanz um 20:44 Uhr, die ersten beiden Runden sind gespielt:

Stephan 1,5 aus 2; Marcus 1 aus 2, Moritz 1 aus 2, Jürgen 0 aus 2! Für Stephan und Moritz ein positiver Beginn, für Marcus und insbesondere Jürgen ein desolater Start!

Freitag, nach Runde drei und vier: Marcus 3 aus 4, Stephan und Jürgen 2 aus 4, Moritz 1 aus 4. Marcus und Jürgen erspielen sich zwei Pflichtsiege, Stephan erkämpft sich ein Remis und Moritz muss gegen zwei stärkere Gegner Lehrgeld zahlen.

Am Samstag dann die Runden fünf und sechs: Marcus mittlerweile bei 5 aus 6, Jürgen bei 4 aus 6, Stephan bei 3,5 aus 6 und Moritz 2 aus 6. Man beachte den Zwischenspurt von 4 aus 4 bei Marcus und Jürgen, während Stephan sich auch wieder erholt hat. Nur Moritz hat bereits konditionelle Schwächen und muss der Härte eines solchen Turnieres Tribut zollen.

 

 

 

 

Am Abend dann mal wieder der Besuch in unserem Stammlokal, dem „CC“. Auf den Bildern gut zu erkennen, dass manch einer bereits auf der letzten Felge fährt ^^.

Beim Ausblick auf die morgige letzte Runde geht es bei Marcus sogar um die Preisränge ( sollte er punkten ) und bei Jürgen und Moritz um den halbwegs versöhnlichen Abschluss ( sollten sie gewinnen ). Stephan ist bis dato zufrieden und im Soll.

Nordhausen, So der 05.08. um 8:45 Uhr: Moritz und Marcus hetzen Richtung Spielort um pünktlich am Brett zu sitzen, während Stephan und Jürgen sich noch den Mund nach dem Frühstück abwischen und ca. 10 Minuten später nachkommen.

Marcus hat es am 2. Brett mit einem FM zu tun, gegen den es „nur“ gilt Remis zu halten und die Fleischtöpfe mit den Geldpreisen winken. Jürgen sitzt an Brett 14 gegen einen jungen, unberechenbaren Gegner, der noch verpennter als er aussieht! Stephan darf sich mit einem 12-jährigen Mädel messen, während Moritz an den hinteren Brettern sein Turnier noch irgendwie retten will.

Die erste Null kommt von Moritz, der  in vorteilhafter Stellung den Faden verliert und die Segel streichen muss. Stephan kann gegen die ausgeprägten Theoriekenntnisse seiner Gegnerin nichts entgegen setzen und muss ebenfalls aufgeben. Marcus ist dem Remis nahe, verteidigt sich aber zu aktiv, anstatt ein passives Abfangnetz zu kreiren und streicht  bald darauf auch die Segel. Holt Jürgen als einziger was zählbares? Nein! Auf den ersten Blick zwar optisch überlegen, bekommt sein Gegner mit zunehmender Dauer immer mehr Oberwasser. Trotz einiger taktischer Fallen fährt sein Gegner den Sieg letztlich sicher nach Hause.

Turnierergebnisse

Trotz des minder erfolgreichen letzten Tages lassen wir uns den Spass nicht nehmen, was die folgenden Bilder zeigen 🙂

mit Schachfreund Torsten „Schradi“ Schrader :)
Feierabendbier!
Prost uBu!
wenn schon nicht am Brett, dann wenigstens hier Luftsprünge!
botanische Sensation, uBu-Baum entdeckt???
wird da einer untreu?! ^^

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nordhausen 2012 war dennoch eine super Woche!

6 Gedanken zu „Lost in Nordhausen

  1. sehr plastischer artikel, und prima fotos. Ich finde es sehr gut von euch, dass ihr noch die zeit gefunden habt für den sicher nicht einfachen besuch im KZ-Mittelbau Dora.

    Grüße,
    Mathias

  2. Die Woche in Nordhausen hat unheimlich Spass gemacht und gezeigt, dass der SC uBu einfach mehr als nur ein einfacher Schachverein ist. Dies beweisen ja auch die Bilder.
    An dieser Stelle nochmal ein Danke an alle die dabei waren und besonders an Jürgen, der uns das Hotel organisiert hat und unser Chauffeur nach und in Nordhausen war.

    1. Thanks to Mathias and Moritz! Ich fand´die Woche auch genial, leider war sie viel zu schnell vorbei. Wie Moritz bereits angedeutet hat, hat es sich wieder einmal bewiesen; ich mag zwar kein Schach spielen können, aber das organisieren und Auto fahren klappt dafür ganz gut 😉

      1. Es sei denn du verdeckst die „unwichtigste“ Anzeige im Auto 😉
        Musste grad lächeln als ich die Bilder wieder auf mich hab wirken lassen.
        Wir sollten sowas auf jeden Fall wiederholen.

        1. In der Tat Moritz, beinahe hätten wir die letzten Kilometer noch schieben dürfen und hätten gleichzeitig das „Willkommen-daheim-Grillen“ verpasst. Aber ging ja zum Glück noch alles gut 😉 Nächstes Jahr steht das Open in Erfurt auf dem Plan, ist schon fest eingeplant!

  3. Schöner und liebevoll mit Fotos ausgeschmückter Bericht, welcher interessanterweise ohne Formulierungen wie „breitenworbis“, „leichtes Übergewicht nach der Eröffnung“ oder „Obama im weißen Haus“ auskommt…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *