Rien ne va pas

Nach vielen siegreichen Jahren hat es unsere erste Mannschaft mal wieder geschafft zu verlieren – wie kam es dazu?

Wir empfingen unsere Gäste aus Wiesental in Rheinstetten, da es mit dem Wildparkstadion leider nicht geklappt hat. Die sympathischen Wiesentaler sind eine gut gemischte Truppe mit gestandenen Spielern an den vorderen Brettern und jungen Spielern an den hinteren Brettern, die den anderen jedoch in Erfahrung nicht unbedingt nachstehen. Es war zu erwarten, dass es schwer werden würde, doch da bei den Gegnern der starke René Fischgräbe ausfiel, war ich sehr zuversichtlich. Irgendwie wurden wir jedoch durch die Bank weg auf dem falschen Fuß erwischt:

  1. Bei Wolfgang W. brannte das Brett – völlig typisch für die olle Kampfsau. Heterogene Rochaden erforderten präzises Spiel, bei dem jeder Zug sitzt. Das war kein Problem für Wolle, seine präzise Verteidigung wurde schon nach wenigen Partiezügen mit einer Gewinnstellung belohnt. Leider verpasste er einen einzügigen Knock-out nach der Maxime: Eine Partie kann doch unmöglich im 19.Zug schon zu Ende sein?! Die Stellung blieb kompliziert, doch unter Kontrolle, dummerweise verdarb ein grober Fehler diese tolle Partie zu einem Remis.
  2. Marcus tat sich in unbekannter Eröffnung sehr schwer und hatte das Glück, dass sein Gegner doch irgendwann etwas Gegenspiel und wenig später eine gewinnbringende Kombination zuließ.
  3. Sven H. war hörbar angeschlagen und zeigte nicht sein bestes Schach, was der Gegner problemlos ausnutzte.
  4. Jürgen fing raffiniert die gegnerische Dame – zumindest sah es oberflächlich betrachtet so aus! Die Kombination hatte wohl ein Loch, und nur wenige Minuten später fand er sich in einem Turmendspiel mit Minusbauer wieder, das er trotz großer Bemühung nicht halten konnte. Sehr schade, denn ein halber Punkt wäre ohne diese Flause locker drin gewesen, konkret sogar ein Dauerschach.
  5. Dian glich mit Schwarz locker aus und hatte auch einen deutlichen Zeitvorsprung, leider reichte das nicht zum Gewinn, dazu war die Stellung einfach zu flach.
  6. Wer vor der Kampf auf ein Remis von Klaus wettete, hätte wohl nur Verrückte gefunden, die nur einen Cent dagegen setzen. Zum einen wird er wegen seiner betont solide Spielweise oft „Beton-Chef“ genannt und mit Heidelberger Zement in Verbindung gebracht, zum anderen ist Wiesental seine schachliche Heimat. Fairerweise muss man sagen, dass sein Gegner auch sein Bestes tat, um sämtliche Spannungen, Asymmetrien und natürlich Material aus der Stellung zu nehmen. So kam es, wie es kommen musste, zur friedlichen Punkteteilung. Die Betonung liegt hierbei auf „friedlich“.
  7. Remel spielte mutig Aljechin gegen einen ebenbürtigen Gegner. Beide wollten sichtlich gewinnen, doch keiner begab sich jemals in den Verlustbereich. Ein ausgekämpftes Remis.
  8. Moritz legte die Partie flach an und spielte problemlos Remis gegen einen 400 DWZ-Punkte stärkeren Gegner. Ein starkes Ergebnis, aber auch aus Respekt vor dem Gegner mit wenig Ambition gespielt.

Insgesamt war es wohl nicht unser Tag, um zu punkten hätte fast an jedem Brett mehr gehen müssen. Liebevoll wurde uns noch beim Abschied der Klassenerhalt gewünscht, ich hoffe jedoch, dass es in Zukunft besser läuft und wir den Klassenerhalt knapp verpassen werden.

3 Gedanken zu „Rien ne va pas

  1. Jede Serie reißt einmal, bei SC uBu war es am Sonntag so weit. Das ist aber kein Beinbruch, sondern im Gegenteil, ein Ansporn zum nächsten Spieltag nichts anbrennen zu lassen, und die typische uBu-Coolness zu bewahren!

    1. Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen! Ich hatte Dauerschach auf dem Brett, was im nachhinein betrachtet, zu einem 4:4 geführt hätte. Ich verwarf es, weil ich meine Stellung ( siehe Anmerkungen von Marcus ) als besser eingestuft habe. Hier ein Kompliment an Schachfreund Hubert Heilig, der in der entscheidenden „Totschlagkombination“ einen Zug weiter rechnete und ich dadurch in einem verlorenen Turmendspiel landete.

  2. Ich kränkle schon seit Freitag herum, wollte aber so kurzfristig nicht ausfallen – auch weil sonst die Farbverteilung unserer halben Mannschaft plötzlich über den Haufen geworfen worden wäre. Vielleicht war das im Nachhinein die falsche Denke …?

    Zu meiner Partie: Am Ende selbiger glaubte ich, zwei Leichtfiguren für den Turm zu erobern, und verließ deshalb das Remis-Terrain. Leider hätte ich die Kombination zwei Züge weiter rechnen müssen, um zu sehen, dass kurz darauf mein König in arge Gefahr geriet, und dadurch meine Dame und damit auch die Partie verloren waren.

    Es war eine knappe Kiste am Sonntag. Persönlich glaube ich, dass uns an diesem Tag der nötige Biss für so eine Begegnung gefehlt hat. Ein Gegner dieser Stärke verzeiht so was nicht 😉

    Glückwunsch an meinen Gegner und die Mannschaft aus Wiesental zum gelungenen Saison-Auftakt.

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