Was passiert eigentlich, wenn der Gegner zu Beginn der Partie keine Partieformulare ausgeben kann?

Diese Frage stellte ich mir, als wir bei der zweiten Mannschaft in Durlach zu Beginn teilweise nur Formulare bekamen, die bei Zeitnot verwendet werden. Ich fragte mich, ob dies ein formaler Protestgrund sei. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass Spiele am Brett und nicht am grünen Tisch entschieden werden sollten. Wir nutzten daher die „falschen“ Formulare und fingen mit dem Spieltag an. Am Ende fanden die Durlacher noch einige „normale“ Formulare und wir konnten fortan diese verwenden.

Somit bleibt die Frage eine kleine Anekdote aus dem so facettenreichen Leben eines Schachspielers und ist ein gelungener Aufhänger für diesen Artikel.

Vor dem Spiel bekam ich von einigen Mannschaftsmitgliedern die Frage, ob wir denn diesmal Siegchancen hätten. Ich war in dieser Frage sehr skeptisch und sagte, dass ich mir kaum Hoffnungen machen würde. Alle könnten daher ruhig und konzentriert aufspielen. Der Grund für diese Skepsis lag darin, dass wir mit sechs Mann da waren und Durlach an allen Brettern deutlich stärker besetzt war. Zum Glück konnten die Durlacher auch nur mit sieben Mann antreten, sodass wir nur mit 0:1 zurücklagen.

Was folgte hätte ich in dieser Form niemals erwartet. Alle Spieler, außer dem Mannschaftsführer, riefen Top-Leistungen ab.

Robby, der diesmal am 5. Brett spielte holte den ersten Punkt, nachdem  seinen Gegner im Endspiel  nichtmehr verhindern konnte, dass ein Bauer von Robby einzieht.

Mehmet am 6. Brett konnte seine erste Partie gleich gewinnen. Glückwunsch Mehmet zum ersten Sieg und zu der gezeigten Leistung. Es stand also 2:1.

Raphael am 3. Brett hatte zu diesem Zeitpunkt gegen seinen starken Gegner eine gute Stellung mit einer Qualität mehr. Ich am zweiten Brett war ebenfalls zumindest in der Remis-Breite mit leicht besserer Stellung. Am ersten Brett hatte Svens Gegner eine Figur für 3 Bauern gegeben. Da auch Tao am 4.Brett gut stand fing ich an zu glauben, dass diesmal doch etwas zu holen sei.

Es sah sehr gut, bis sich der Mannschaftsführer am zweiten Brett  einen fatalen Fehlgriff erlaubte. In einem Turmendspiel mit Mehrbauern zog ich vorschnell und in einem Anfall von völliger Schachblindheit meinen König nach d7, der Gegner schlug einen Bauern auf b7. Da mein Turm auf e7 stand, gab ich auf. Nach dem unvermeidlichen Turmtausch wäre ein gegnerischer Freibauer auf der a-Linie nicht mehr zu halten gewesen.

2:2, hatte ich etwa den Mannschaftspunkt weggeworfen?

Zum Glück nicht! Erst konnte Tao seine Partie gewinnen und Sven holte das Remis.

Es stand somit 3,5:2,5 für uns und das Mannschaftsunentschieden war schon einmal sicher.

Nun spielte nur noch Raphael und er spielte seine Partie klasse zu Ende und sicherte so den 4,5:2,5 Mannschaftserfolg.

Ein Mannschaftssieg mit dem ich vorher niemals gerechnet hatte und wichtige Punkte für den Klassenerhalt waren somit eingefahren.

Anschließend ging es noch ins Vogelbräu, wo wir auf die ebenfalls erfolgreiche erste Mannschaft trafen und ich noch etwas wohl verdienten Spott ob Kd7?? zu hören bekam.

Ich will an dieser Stelle nochmals ein riesiges Kompliment an alle Spieler aussprechen, die den ersten Mannschaftssieg diese Saison gesichert haben.

Unser nächstes Spiel ist bereits in 2 Wochen am 03.03. Diesmal geht es zuhause gegen Pfinztal 3. Ich hoffe auch diesmal viele von euch wieder zu sehen und wer weiß-vielleicht schaffen wir es endlich mal wieder zu acht anzutreten.

Und um die Frage von oben zu beantworten: Man spielt und holt einen sensationellen Manschaftssieg. 😉

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch an die ganze Mannschaft zu diesem tollen Sieg! Wenn wir die Form halten können, liegt der Klassenerhalt in greifbarer Nähe.

  2. Sensationell! Die Überraschung des Spieltages! Gratulation!!!

Schreibe einen Kommentar

 
Menü schließen
%d Bloggern gefällt das: