You are currently viewing Bann gebrochen, uBu punktet gegen Durlach

Bann gebrochen, uBu punktet gegen Durlach

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Allgemein
  • Beitrags-Kommentare:10 Kommentare

von Mathias Guthmann

Da sich die wegen Corona nach hinten verlegten Spieltage chronologisch einreihen, spielt die Liga am 14.03.2022 bereits die 7.Runde!

In welchen Zeiten leben wir denn auf einmal? Es gibt Krieg, Seuchen und Hungersnöte. Glücklicherweise erleben meine Eltern das nicht mehr, Gott hab sie selig.

„Sieht schlecht für uns aus, schon wieder ein Corona-Fall. Wir müssen zu sechst ran“, raunt mir Durlachs Kapitän Bernd Wagner mit leiser, verzweifelter Stimme vor Spielbeginn zu.

„Lebbe geht weider“, so würde wohl der bekannte Fußballtrainer Dragoslav „Stepi“ Stepanović die Situation kommentieren. In der Saison 1991/92 verlor er mit seiner Frankfurter Eintracht die schon sicher geglaubte Meisterschaft nach einer Schiedsrichter-Fehlentscheidung in letzter Sekunde.

Gegen oder für Durlach ist aber natürlich noch nichts entschieden, weder in der Saison, noch am heutigen Spieltag.

An dieser Stelle wünscht uBu den betroffenen Schachfreunden eine schnelle Genesung!

uBu startet mit zwei Extra-Zählern auf der Scorecard. Wie sich schon bald herausstellen wird, ein unschätzbarer Vorteil.

Noch ist aber auch unsere Mannschaft nicht komplett. Ein Mann fehlt noch.

Immer wieder richtet sich der Blick auf das Ziffernblatt meiner Timex, außerdem schaue ich nervös aus dem Fenster.
Wo bleibt er denn?
Ich ertappe mich dabei, wie ich auf einmal leise die Melodie aus 12 Uhr mittags vor mich hin summe:

Do not forsake me, oh my darlin‘
On this, our weddin‘ day
Do not forsake me, oh my darlin‘
Wait, wait along

Als endlich die Klingel laut ertönt, hört man allenthalben Erleichterungsseufzer, Vorsprung gerettet. Auch dank der überaus fairen Durlacher, die sich als Verfechter der akademischen Viertelstunde erweisen (mindestens cum tempore).

Die Aufstellung

Frank Schellinger und meine Person punkten kampflos. Gerne hätten wir in das Geschehen eingegriffen. Aber wie Schellinger treffend formuliert:
„Das ist wohl das Los der hinteren Bretter, besonders im Moment, da kann man nichts machen.“

An 6 steht Gutierrez nicht gut. Minusbauer und darüber hinaus kaum Perspektive auf Gegenspiel.
Markus Possiel verzögert aber die Entwicklung seines Läufers, vergibt Tempo und Angriff auf das schwache Feld f7. Rätselhaft, fatal.
Plötzlich ein anderes Bild. Es folgt ein Blackout. Nach einer einfachen Kombination erobert Gutierrez einen gegnerischen Turm. Kostenlos. Ende. Punkt für uBu.

An 2 duellieren sich Oppelt und Krug. Exotische Eröffnungswahl. Das Gros der schwarzen Figuren tummelt sich auf der 6.Reihe. Bekommt man nicht jeden Tag zu sehen.
Eine schönes Spiel, ästhetisch ansprechend, schließlich Remis.

An 3 Giacomelli gegen Henn. Angstgegner. Giacomelli platziert einen Springer äußerst effektiv im Lager des Gegners. Wat för ’ne fiese Möpp! So heißt das in Köln. Henn startet einen Gegenangriff, der aber leider routiniert abgewehrt wird. Wieder nichts. Egal, wichtig ist die Mannschaft. Punkt für Durlach..

An 4 Kalinke – Hermann. Irgendwie kommen die schwarzen Springer nicht so richtig ins Spiel.
Eine ausgeglichene Stellung. Es scheint für keine der beiden Parteien eine erfolgversprechende Fortsetzung zu geben.
Deswegen einigt man sich auf ein Remis.

Ospina-Ocampo vs. Rotzinger an 5. Unser Mann steht gut. Hat einen Extrabauern, in einem zugegebenermaßen schweren Endspiel, jeder Zug muss sitzen.
Überzieht er? War da mehr drin? Am Ende leider nur Remis.

Bernd Wagner und Andrej Sokerin am ersten Brett.
O-Ton Andrej: „Ich muss an meiner Eröffnungsvorbereitung arbeiten, so geht das nicht weiter. So darf ich nicht ins Hintertreffen geraten.“
Sokerins verbliebener Springer ist unweigerlich an die Verteidigung zweier Bauern gebunden, Gegenspiel illusorisch.
Bis knapp 14:00 Uhr wird noch gekämpft dann streckt unser Mann schließlich die Waffen.

Endergebnis: Durlach 3.5 uBu 4.5

Mathias

Über den Autor: Mathias Guthmann schreibt unter anderem für kulinarische Zeitschriften und den Schachsport. Seine Essays und Kurzgeschichten haben eine hohe Reichweite und werden in verschiedensten Fachmagazinen, auch international, publiziert. In der freien Wirtschaft berät der Autor eine Firma zu PR-Strategien.

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Sven H.

    Sehr schöner Spielbericht, Mathias! Auch deine Fotos sind sehr gelungen. Sie spiegeln die Dynamik in so einem Kampf wieder. Vielen Dank.

    In der Tat können wir von Glück sprechen, dass wir mit zwei kampflosen Punkten in die Partie gestartet sind. Durlach wird auch in Zukunft für uns eine harte Nuss bleiben, aber wie du richtig sagst: der Bann ist nun gebrochen. 🙂

  2. Guido

    Gäbe es einen Preis für spannend geschriebene Spielberichte, wäre Übü ein Platz an der Sonne gewiss. Doch auch in der Liga ist dieser Platz noch immer gut möglich. Macht weiter so unter hoffentlich bald mal wieder regulären Bedingungen.

    1. Mathias

      übrigens eine sehr unterhaltsame Schachseite die Blunder, Patzer, Bauernfänger!

      viele Grüße,
      Mathias

  3. Hanno

    Wir sind wieder da !

    1. Mathias

      Danke Hanno! Wir waren aber auch noch nie weg…Jedenfalls in dieser Saison.

  4. Hanno

    OK Mathias das war in Bezug auf den letzten Spieltag im November und meinem damaligen Kommentar „uBu steht immer wieder auf ! “
    Natürlich ist mit uns immer zu rechnen, insbesondere wie in diesem Spieltag bei vielen Absagen konnten wir immernoch 3 gute Aufstellungen ermöglichen
    LG

  5. Hanno

    Mercy dir auch Mathias
    Wir sehen uns ja mal wieder im Schlossgarten
    LG

Schreibe einen Kommentar