SC Rheinstetten 2 – SC uBu 2 4,5:2,5

Schach macht Spaß! – es sei denn es ist Sonntag morgens um 9.00 Uhr.

Ich war zum ersten mal der Mannschaftsführer. Kurz vor Beginn irrten noch zwei von unserer Mannschaft durch das Örtchen und suchten den Spielort. Als sie dann eintrafen waren wir zu fünft (!) und damit konnten wir antreten. Nach Erledigung des zugehörigen Papierkrams war auch ich erledigt und konnte mich sodann meiner Partie widmen.

Da ich mit meinem Spiel beschäftigt war, kann ich nicht viel über den Spielverlauf meiner Mitstreiter berichten. Dazu können sie sich – sofern sie es wollen – selbst viel besser äußern.

Hoch anzurechnen ist die durchweg überdurchschnittliche Leistung die von jedem Einzelnen gebracht wurde. Nur bei Tao schlug sich das leider nicht im Ergebnis nieder. Sehr schade.

Mein Kontrahent begab sich in die Philidor-Verteidigung (1.e4 e5 2.Sf3 d6) und ich erhielt eine recht aktive Stellung aus der Eröffnung heraus. Im Mittelspiel verlor ich dann irgendwie den Faden. Nachdem ich einsehen mußte, dass ein direkter Mattangriff wahrscheinlich nicht zum Erfolg führt, verfolgte ich den anderen Plan – alles wegnehmen und ins gewonnene Endspiel gehen. Das klingt leichter als es ist. Zudem mußte ich immer ein Auge auf ein Grundreihen-Problem haben.
Nach einem glücklichen Abtausch hatte ich plötzlich einen Doppelangriff auf zwei ungedeckte Bauern. Da nicht beide gleichzeitig deckbar waren, grabschte ich mir den anderen. *freu* Ich hatte einen entfernten Freibauern (a-Linie), den ich wahrscheinlich zuverlässig decken kann.
Inzwischen waren nur noch die Schwerfiguren und Bauern auf dem Brett. Daher suchte ich einen günstigen Ort zum weiteren Abtauschen. Den fand ich in der Brettmitte. Die Damen und jeweils ein Turm verließen das Brett. Nach dem Abtausch griff mein Gegenüber einen isolierten Bauern an (dieser hatte sich aus dem Abtausch ergeben) – und bot Remis. Ich lehnte ab und lief mit meinem Freibauern los. Um diesen noch einzuholen, trickste er – schlug meinen Isolani, gab einen Bauern zurück und griff meinen Freibauern von hinten an. Ich trickste zurück und deckte ihn von vorne. – Endspiel. Mein Plan war einfach. Zum Bauern laufen, decken, Turm wegziehen und den Bauern einziehen. Optional die Passivität des generischen Turms nutzen, um weitere Freibauern zu schaffen. Die Möglichkeiten meines Kontrahenten waren deutlich bescheidener. Nicht nur das er vermeiden mußte in ein Abzugschach des Turmes zu kommen, war der einzige Weg um mit seinem König zu meinen Freibauern zu gelangen die siebte Reihe, wo sich inzwischen mein Bauer befand. Das wurde ihm zum Verhängnis. Als er sich mit dem König hinüber begeben wollte zog ich meinen Turm auf die andere Seite. Dieses Problem hatte er bei seinem Plan offensichtlich übersehen. Falls er meinen Bauern mit dem Turm schlägt – spieße ich seinen Turm. Wenn er zurückgeht, um meinen Turm anzugreifen – ziehe ich ein. Daraufhin gab er auf.

Sven

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Hi,
    erst einmal möchte ich allen Spielern in der Zweiten danken und Euch zu eurem tollen Ergebnis beglückwünschen.
    Ich finde ihr könnt echt stolz darauf sein, was ihr geleistet habt. Mit fünf Mann antreten, an vier von fünf Brettern gegen deutlich DWZ stärkere Gegner gespielt, da sind 2,5 Punkte echt aller Ehren wert.
    Ich finde aus diesem Mannschaftskampf könnt ihr als Spieler und wir als Mannschaft -trotz Niederlage- eine Menge an Selbstvertrauen mitnehmen.
    Beim nächsten Spiel werden wir dann hoffentlich auch mal mit 8 Mann antreten können um echte Chancen auf den ersten Saisonsieg zu haben.

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