Wo ist dein uBu-Shirt?

7:00 Uhr am Sonntag Morgen, sicherlich keine ungewöhnliche Zeit um ins Bett zu gehen, dafür aber um aus selbigem aufzustehen! Schnell nen Kaffee gekocht, die übliche to-do-Liste im Bad abgespult, die benötigten Unterlagen des Mannschaftsführers eingepackt und zum vereinbarten Treffpunkt geeilt, wo bereits Sven mitsamt seinem Gefährt wartete. Klingt nach nem stressigen Morgen – war es auch. Irgendwo in diesem Ablauf versäumte ich den Griff zum Vereinsshirt, vermutlich beim einkleiden! Und so bekam ich um 8:57 Uhr, mittlerweile im Spiellokal von Rheinstetten, 7x die Frage nach meinem fehlenden uBu-Shirt gestellt. Der Gruppenkeile meiner Kameraden entging ich zwar, aber diverse Sticheleien ( Vorbildcharakter eines Mannschaftsführers ) musste ich mir zurecht anhören.

4. Spieltag also, wir waren Gast beim Schachclub Rheinstetten, welcher die aussterbende Tradition der 9:00 Uhr Heimkämpfe weiter aufrecht hält. Heuer fehlte krankheitsbedingt unser 1. Brett, von hier aus nochmal Gute Besserung Uwe, so dass wieder Moritz am 8. Brett nachrückte.

Nach ungefähr einer Stunde Spielzeit fiel mein erstes Resümee wie folgt aus; Die Punktemaschinen Dian und Wolle bereits mit Vorteil, Klaus und Marcus mit bequemen Stellungen, meine Wenigkeit erreichte Ausgleich mit Schwarz und Mathias und Moritz, beide gegen wertungsstärkere Gegner, hielten die Stange. Lediglich Sven stand ein wenig krumm, welches sich in einem verlorenen Bauern widerspiegelte.

Nach einer weiteren Stunde bekam Klaus ein Remisangebot seines Gegners. Leider befand sich zu diesem Zeitpunkt Mathias, nach ein paar ungenauen Zügen, in einer schlechteren Stellung und auch Sven hechelte nach wie vor seines fehlenden Bauern hinterher. Zwar hatte sich der Vorteil an Brett 3 ( Dian ) und 4 ( Wolle ) vergrössert, aber der Rest konnte keinen nennenswerten Vorteil aufweisen. Somit bat ich Klaus, mit den weißen Steinen in einer seiner bevorzugten Varianten spielend, die Partie fortzuführen, da aus mannschaftlicher Sicht noch keine klare Tendenz zum Sieg absehbar war.

Kurze Zeit darauf vermeldeten Wolle und Dian ihre Siege, zwei tadellos gespielte Partien! Mathias, unser großer Kämpfer, konnte unter Figurenopfer eine taktische Situation erzwingen, welche ihm Dauerschach versprach. Wieder einmal bewies er seine Zähigkeit und fand just im richtigen Moment diese Nuance. Vor allem aus moralischer Sicht ein wichtiger halber Punkt für den weiteren Verlauf des Mannschaftskampfes. Somit konnte Moritz an 8 gegen seinen um knapp 300 DWZ Punkte höher eingestuften Gegner ins Remis einwilligen, eine super Leistung – und das mit Schwarz!

Noch vor der Zeitkontrolle gewannen Marcus und ich unsere Partien, somit stand es 5:1. Marcus presste aus einer scheinbar ruhigen und ausgeglichen Stellung peu á peu Vorteil heraus und widerlegte ein paar ungenaue Züge seines Gegners eiskalt, 4. Sieg im 4. Spiel! Ich übernahm im Verlauf meiner Partie immer mehr das Ruder und konnte aufgrund der besser koordinierten Figuren bald Material gewinnen. Im 39. Zug überschritt meine Gegnerin, in hoffnungsloser Stellung, die Zeit.

Nun lag es noch an Klaus und Sven, wie der Kampf ausgeht. Leider, aus Sicht von Klaus, hatte sein Gegner einen sehr guten Tag erwischt und bewies großes Kämpferherz, indem er die mittlerweile bessere Stellung zu seinen Gunsten entschied. Irgendwo im Mittelspiel agierte Klaus wohl zu arglos und so kam es zu diesem Ausrutscher. Sven hielt seine unbequeme Stellung, letztlich die ganze Partie hindurch, sicher Remis. Mit 5,5 : 2,5 haben sich die Gastgeber aus Rheinstetten ( vor und nach dem Spieltag auf dem letzten Platz stehend ) dennoch ganz teuer verkauft. Mit dieser Leistung traue ich ihnen den Klassenerhalt durchaus zu, können sie diese gegen andere Gegner wieder abrufen.

Die Einzelergebnisse:

Rheinstetten vs. uBu Karlsruhe 2,5 : 5,5

Brett 1: Schindele, Andreas ( 1887 ) – Krug, Marcus ( 2016 ) 0 : 1

Brett 2: Maurer, Michael ( 1832 ) – Dr. Hermann, Sven ( 1893 ) 0,5 : 0,5

Brett 3: Oberle, Franz ( 1665 ) – Dochev, Dian ( 1851 ) 0 : 1

Brett 4: Deck, Michael ( 1626 ) – Henn, Wolfgang ( 1837 ) 0 : 1

Brett 5: Ströbel, Ulrich ( 1619 ) – Brück, Klaus ( 1843 ) 1 : 0

Brett 6: Oney, Remel ( 1827 ) – Lutz, Jürgen ( 1863 ) 0 : 1

Brett 7: Anderer, Bernd ( 1588 ) – Guthmann, Mathias ( 1451 ) 0,5 : 0,5

Brett 8: Deck, Wolfgang ( 1568 ) – Kühner, Moritz ( 1298 ) 0,5 : 0,5

 

 

 

 

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