Dr. Jekyll und Mr. Hyde

oder Two-Face, Saulus und Paulus usw., ich könnte berühmte Beispiele der Verwandlung vom Guten zum Bösen endlos fortsetzen, aber Sie wissen nun worauf ich hinaus möchte, liebe Leser.

ein persönlicher Bericht über das Grenke Chess Open 2018 von Jürgen Lutz

Tatsächlich habe ich den inneren Twist bereits lange vorher, ehe die Grenke Chess Open 2018 in Karlsruhe beginnen.
Spiele ich das A-Open oder das B-Open? Ich befinde mich nämlich in der (un-) komfortablen Lage, dass ich für beide Turniere spielberechtigt bin. Ich wäge also ab.

Im B-Open werde ich sehr hoch gesetzt sein, es locken Geldpreise bis Platz 7, der Gewinner erhält gar 1500 Euro. Für Spieler bis 2000 Elo/DWZ ist das durchaus ein lukratives Argument.
Andererseits ist in meinem Fall das Risiko sehr hoch, dass man selbige DWZ/Elo sehr schnell crashen kann, wenn das Turnier nicht so läuft, wie man es eigentlich vor hat.

Im A-Open werde ich hingegen weit hinten gesetzt sein und kann vermutlich mit 2,5 aus 9 nach Hause gehen und meiner DWZ/Elo ist nichts negatives passiert. Allerdings muss man hier Nehmerqualitäten zeigen, da es vermutlich die ein- oder andere fürchterliche Klatsche setzen wird. Dieses einmal mehr aufstehen wie hinfallen ist nicht jedermanns Sache.

Der Kapitalismus behält die Oberhand, ich melde mich 3 Wochen vor Beginn des Turniers im B-Open an.

Donnerstag, 29.03.18, ca. 19:00 Uhr -> 1.Runde

Der Spielpan des B-Open zeigt an, dass sage und schreibe 530 Teilnehmer an den Start gehen. Dies bedeutet eine quantitative Steigerung von 25 % zum Vorjahr.
Gemäß der Setzliste finde ich mich an Brett 19. Mein Gegner ist ca. 300 DWZ/Elo niedriger bewertet als meinerseits.
Nach ca. 2 ½ Stunden und zwei Kaffee und drei Toilettengängen später, bietet mir mein junger Gegner das zweite Mal Remis an, welches ich nicht ablehnen kann und annehme. Es könnte der Eindruck entstehen, dass irgendetwas schiefgelaufen ist. Ist es auch, Details erspare ich Ihnen. Nur soviel, es ist anscheinend meiner hohen Wertungszahl zu verdanken, dass mein Gegner nicht den Mut hatte, mir den ganzen Punkt abzunehmen.

Freitag, 30.03.18, 09:00 Uhr -> 2. Runde

Ich latsche in die weiter entfernte Gartenhalle, genauer gesagt an Brett 109. Nur die ersten 42 Bretter des B-Open kommen in den Genuss in der Schwarzwaldhalle spielen zu dürfen, wo ab Morgen Carlsen und Co. Schachfans vor Ort und der ganzen Welt ( via Livestream ) begeistern werden.
Meine Gegnerin ist ein 12-jähriges Mädchen aus Frankreich und entstammt einer Schachfamilie (die ältere Schwester spielt ebenfalls im B-Open mit, der Bruder, Internationaler Meister, im A-Open).
Ich gewinne meine Weißpartie letztlich ohne grössere Probleme. Allerdings prognostiziere ich, sollte ich in 5 Jahren wieder einmal gegen sie gelost werden, ich dann nicht mehr viel zu Lachen habe. Sie hat großes Potenzial.

Freitag, 30.03.18, 15:00 Uhr -> 3. Runde

Brett 42 mit Schwarz, also gerade so wieder in die Schwarzwaldhalle gelost worden. Mein Gegner und ich haben vieles gemeinsam, so z. B. die Vornamensgebung durch unsere Eltern, unser Alter, den Hang gerne mal einen schlechten Zug zu machen, wie sich recht schnell herausstellte usw. Nur in Sachen DWZ/Elo bin ich ihm ca. 150 Punkte voraus.

Kiebitze an unserem Brett werden sicherlich gedacht haben, dass hier derjenige gewinnt, welcher den vorletzten Fehler macht. Nach ca. 2 Stunden war wieder mein Gegner, mit einem Fehler, an der Reihe. Die Stellung ist dadurch auf Sicht gewonnen, es hätte aber noch ein gutes Stück Technik, sowie Zeit benötigt, bis ich den ganzen Punkt einstreiche. Um Kraft zu sparen ( 2 Runden am Tag gehen irgendwann konditionell ganz schön zur Sache ) schaue ich nach einer taktischen Lösung, um das ganze gewaltig abzukürzen. Es scheint so, dass meine Berechnungen Früchte tragen und die Partie ganz schnell vorbei sein wird. Ist sie auch, ich habe verloren.
Meine Kalkulationen hatten leider am Ende ein Loch und ich wurde ziemlich humorlos matt gesetzt. Der letzte Fehler der Partie gehört somit leider mir.

Was macht man nach so einem Tiefschlag? Richtig, man geht mit seinen Schachkumpels ins Vogelbräu und lässt mit dem dort hauseigen gebrauten Bier seinen Frust ertrinken! Spät am Abend gesellt sich sogar noch GM Rainer Buhmann an unseren Biertisch. Bei ihm ist es allerdings mehr ein Feierbier, er besiegte gerade GM Farago und hat 3/3 im A-Open.

Spät in der Nacht überwiegen in meinem Inneren immer noch Frust und reichlich Vogelbier. Was soll ich jetzt mit dem Turnier noch anfangen? Bescheidene 1 ½ aus 3, jeweils gegen schwächere Gegner im Rating. Ich kasteie mich selber, in dem ich mir vorstelle, dass vermutlich Morgen mein Tisch vor den Toiletten steht, neben dem Schachbrett noch eine Geldschale mit 50 Cent Stücken drin.

Montag, 02.04.18, ca. 17:00 Uhr. -> Nach der 9. Runde

Gerade eben beende ich mit einem Blitzsieg und letztlich 7/9 das B-Open. Platz 13 von besagten 530 Teilnehmern, sogar noch vor meiner Setzliste ins Ziel getrudelt.

In der Nacht vom 30. auf 31.03. muss irgendeine Verwandlung vonstatten gegangen sein. Frei von Ratingzwängen, Hoffnungen auf Geldpreise und dergleichen mutierte ich zu Mr. Hyde und “fraß” mit 5,5/6 meine verbliebenen Gegner förmlich auf. Punktgleich mit den Geldpreisen, nur durch die logische, schlechtere Buchholzwertung selbige nicht bekommen.

Wobei, ganz ohne “Preis” sollte ich dann doch nicht nach Hause gehen. Nachdem ich mit meiner 9. Runde, wie bereits erwähnt, recht schnell fertig bin, treffe ich unsere beste deutsche Schachspielerin, Elisabeth Pähtz, im Foyer der Schwarzwaldhalle. Diese kam mittags aus Georgien in Karlsruhe an, wo sie gerade Europameisterin im Rapidschach geworden war.

Ich spreche sie ganz locker an und frage, ob ich ein Bild mit ihr machen kann. Wie selbstverständlich kommt sie meiner Bitte mit einem Lächeln im Gesicht nach. Ich gebe Moritz meine Kamera, der gerade mit mir durch das Foyer schlendert.

Was nun passiert ist ein Zufall, wie er glücklicher nicht sein konnte. Während Elisabeth und ich so Arm in Arm lächelnd in die Kamera schauen, bereitet diese Moritz unerwartet technische Probleme. Nach ca. 5 Minuten und einigen argwöhnischen Kiebitzen, was dieser Typ so lange mit Elisabeth im Arm macht, kommt das Foto doch noch zustande.
Ich kann natürlich nicht für Elisabeth sprechen, aber ich genoß jede Sekunde der Verzögerung. Sie nahm es allerdings auch mit Humor, wir lachten beide über dieses “schnelle” Foto.

Eli

Wie Moritz in seinem Bericht bereits erwähnt hat, waren wir 4 Ubuianer  im B-Open und stellten somit eine Mannschaft.  Wir wurden am Ende 11. von 20 Mannschaften und landeten somit im Mittelfeld. Während Peter und ich, für unsere Verhältnisse, ein normales Turnier spielten, lief es für Zacharias leider nicht so gut. Er startete mit 2,5 aus 3 sehr gut ins Open, hatte dann aber vielmals nicht das nötige Glück und holte im Enddefekt nur 50 %. Für ihn war es enttäuschend, was bei seiner Spielstärke absolut nachvollziehbar ist. Dafür spielte Rodrigo ein hervorragendes Turnier und war mit seinen 50 % sehr glücklich. Starke Leistung, Rodrigo!

11. SC uBu Karlsruhe 1661 18.5
1. Lutz, Juergen 1953 M 6 2 1 7.0
2. Heck, Zacharias 1800 M 3 3 3 4.5
3. Gutierrez, Rodrigo 1597 M 3 3 3 4.5
4. Schneider, Peter 1295 M 2 1 6 2.5

Abschließend noch ein paar Impressionen aus dem A-Open, sowie natürlich von den Grenke Chess Classics, deren Runden 1 -3 parallel zum Open stattfanden.

Turniersieger Vincent Keymer
Turniersieger Vincent Keymer
Eric Lobron
Eric Lobron
Richard Rapport gegen Vincent Keymer. Maxime Vachier-Lagrave kiebitzt.
Richard Rapport gegen Vincent Keymer. Maxime Vachier-Lagrave kiebitzt.
Dmitry Andreikin
Dmitry Andreikin
Lawrence Trent
Lawrence Trent
Hou Yifan
Hou Yifan
Fabiano Caruana
Fabiano Caruana
Vishy Anand
Vishy Anand
Levon Aronian
Levon Aronian
Magnus Carlsen
Magnus Carlsen
Magnus Carlsen, im Hintergrund Fabiano Caruana
Magnus Carlsen, im Hintergrund Fabiano Caruana

 

Und last but not least my dear friend Martin Hemmings vom SV Turm Drolshagen. Er schlug sich beachtlich im A-Open.

Martin

Die Grenke Chess Open 2018 sind nun leider schon wieder vorbei und ich freue mich bereits auf das nächstjährige Ereignis. Die Organisation ist einfach top, solch ein Schachfestival in seiner Heimatstadt miterleben zu dürfen ist einmalig. Vielen Dank an alle Beteiligten, die dieses Event ermöglichen.

 

 

 

Ubu beim Grenke Chess Open

Bereits zum dritten Mal findet über Ostern das Grenke Chess Open statt. Mit seinen-laut Veranstalterwebseite-1482 Teilnehmern und Teilnehmerinnen ist es das größte Schachopen in Europa. Das A-Open findet leider ohne Beteiligung von uBu-Spielern statt, dafür nehmen mit Jürgen, Zacharias, Rodrigo und Peter vier Mitglieder die Herausforderung des B-Opens an, während sich Herbert im C-Open der Konkurrenz stellt.

Da ich nicht aktiv teilnehme, werde ich zumindest versuchen, an dieser Stelle über den Turnierverlauf unserer Vereinsmitglieder zu berichten. Zusätzlich bin gespannt auf den Auftakt der Grenke Chess Classics, einem Einladungsturnier bei dem sich ab Samstag einige der weltbesten Spieler gegenüberstehen. Unter anderem stellt sich Weltmeister Magnus Carlsen seinem frisch gekürtem Herausforderer Fabiano Caruana. Die ersten Runden der Classics finden parallel zum Open statt, was die Attraktivität des ohnehin schon großartigen Opens noch einmal erhöht. Denn wann hat man sonst mal die Gelegenheit im selben Turniersaal Schach zu spielen wie der Weltmeister und sein Herausforderer?

Ich wünsche allen uBu-Spielern viel Erfolg beim Turnier.

Zwischenstand: Fr. 30.03.

So hier ein kleines Update darüber wie sich unsere Vereinskammeraden schlagen:

Zacharias ist mit 2,5  Punkten sehr gut in das Turnier gestartet. Jürgen dagegen ist nach 1,5 Punktenaus drei Partien nicht ganz zufrieden mit seiner Leistung. Vor allem in Runde 3 war deutlich mehr drin, aber leider überzog er seine Stellung, in dem Bestreben die Partie möglichst schnell zu beenden.  So musste er statt eines vollen Punktes eine Null schreiben. Rodrigo hat ebenfalls 50% aus den ersten drei Partien geholt.Peter hat bei seiner ersten Teilnahme einen Punkt aus drei Partien geholt, was bei dem anspruchsvollen Teilnehmerfeld auch erst einmal geschafft werden muss. Herbert  im C-Open steht ebenfalls bei 50% aus den ersten drei Partien.

Wir werden sehen, was Morgen passiert, ich wünsche unseren Spielern eine gute Punkteausbeute.  Außerdem schaue sicher nicht nur ich gespannt auf die Partie von Caruana und Carlsen in der ersten Runde der Grenke Chess Classic

Stand 31.03.2018

Zacharias hat, ebenso wie Jürgen, 3,5 Punkte aus 5 Partien geholt. Rodrigo liegt bei 2 Punkten aus fünf Spielen.  Peter hat leider heute keine Punkte sammeln können, so dass er  bei 1 aus 5 steht. Herbert im C-Open hat den heutigen Tag genutzt sein Punktekonto auf 2,5 Punkte auszubauen.

Die Partie zwischen Carlsen und Caruana beim Grenke Chess Classic ging Remis aus.

Nach den Sonntagsspielen hat Jürgen 5,5 Punkte, Zacharias steht bei 4 und Rodrigo bei 3,5 Punkten. Peter konnte sein Punktekonto erhöhen und steht vor dem letzten Tag bei 1,5 Punkten. Herbert steht im C-Open bei 3 Punkten.

Endstand am Montag: Jürgen beendet das Turnier mit 7 Punkten aus 9 Partien und landet auf dem 13. Platz und verpasst die Fleischtöpfe knapp. Zacharias holt ebenso wie Rodrigo 4,5 Punkte . Peter konnte bei seiner Turnierpremiere 2,5 Punkte holen.

Herbert hat im C-Open zwei Runden ausgesetzt und holt 4 Punkte aus 7 Spielen.

 

 

Tetris am Fliederplatz

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Tetris am Fliederplatz

von Mathias Guthmann

Die Begegnung zwischen uBu 1 und dem SF Wiesental steht von Anfang an unter keinem guten Stern.
Die Grippewelle fordert ihre Opfer, kurzfristige Absagen treffen die Mannschaft schwer, wirbeln die Aufstellung durcheinander und sorgen damit für Unruhe.
Für mich selbst ist es das erste Heimspiel im Jugendhaus Mühlburg am Fliederplatz. Die Location ist sehr schön, der Nachteil liegt aber am hohen Aufwand für die Spielvorbereitung. Tische und Stühle müssen mühsam umgruppiert werden, bis endlich gespielt werden kann.
Ein Faktor, der von uns allen unterschätzt wird, das Match startet mit Verspätung, gegen 10:15 Uhr.
Die TURNIERORDNUNG des Badischen Schachverbandes e.V hat für solche Fälle eine klare Vorgabe, die im Abschnitt H-2.5 definiert wird. Dort steht:

Kann ein Kampf nicht planmäßig beginnen, so wird die schuldige Mannschaft an allen acht Brettern mit einem Zeitabschlag der gleichen Größe wie der verursachten Verzögerung belegt.

Der Fehler liegt eindeutig auf unserer Seite und so wundert es nicht, dass der Gegner darauf besteht, die Regel umzusetzen, es ist sein gutes Recht. So muss uBu 1 die Uhren korrigieren: 15 Minuten weniger für uns, in manchen Partiesituationen ist das spielentscheidend.

Die Ausgangslage ändert sich, plötzlich haben wir es mit einem Phänomen der Nichtlinearen Dynamik zu tun. Kennen Sie den „Schmetterlingseffekt“?  Bildhaft beschreibt er, wie der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien in Texas einen Tornado auslösen könnte.
Dieser kleine Ausflug in die Chaosforschung soll illustrieren, dass kleine Änderungen der Anfangsbedingungen des Systems, sich langfristig auf die Entwicklung des Systems auswirken, für uns äußert sich das unmittelbar mit dem Startverzicht von Brett 1 und dem damit verbundenen Punktverlust.
Ein harter Schlag! Die Entscheidung des Spitzenbretts ist aber streng rational und konsequent, Descartes lässt grüßen.

Schachlich bleibt nur noch wenig zu berichten. Ein schöner Sieg von Zacharias Heck (mit einem gesunden Mehrbauern) und eine tolle Partie von Mischa Rausch. Mischa spielt momentan auf einem fantastischen Niveau, seine Perfomance spricht Bände: 1856 DWZ.

SC uBu 3, SF Wiesental 5

Klassenerhalt gesichert

Diesen Spieltag ging es für uBu 2 gegen die stark besetzte vierte Mannschaft des SK Ettlingen. Ich selbst fiel krankheitsbedingt aus, daher kann ich zu den Partien und deren Verläufen nichts sagen. Trotzdem möchte ich der „Chronistenplicht“ nachkommen und die einzelnen Paarungen samt Ergebnisse aufzulisten.

Max spielte am ersten Brett gegen Wolfgang Burkart remis. Thomas hat gegen Andreas Krepper gewonnen und somit hoffentlich die Wende in einer bisher verkorksten Saison geschafft. Peter siegte gegen Mostafa Aziziyan. Tao musste sich gegen Andrej Roczek geschlagen geben. Rodirigo remisierte gegen Klaus Müller. Hanno verlor am sechsten Brett gegen Ege Ünsal. Da Moritz gegen Thomas Winterstein und Manfred gegen Harald Marcy gewannen lautete das Endresultat 5:3 für uBu 2.

Nach diesem Erfolg steht uBu 2 nun auf dem zweiten Platz der Kreisklasse A. Auch wenn das Saisonziel Klassenerhalt nun erreicht ist, werden wir weiter alles geben und versuchen unserem Punktekonto weitere hinzuzufügen. Die nächste Gelegenheit dazu ist gegen Waldbronn 2 am 22 April.

(Fast) nichts liegen gelassen

Für den sechsten Spieltag hatten wir uns vorgenommen als Mannschaft nichts liegen zu lassen und weitere Punkte für den Klassenerhalt aus Neureut mitzubringen. Dies gelang durch den Sieg mit 5,5:2,5. Einzig Tao und ich hielten uns nicht ganz an den Vorsatz: Wir ließen unsere Handys beim Schiedsrichter liegen und mussten daher am späten Nachmittag nochmal nach Neureut fahren, um sie abzuholen. Danke, dass dies so problemlos möglich war.

An den Brettern lieferte Moritz Otto als erster Zählbares und gewann seine Partie am siebten Brett gegen David Lamm. Von der Spielstärke her gehört Moritz sicher an eines der vorderen Bretter. Leider ist dies diese Saison nicht möglich, da er als Nachmeldung hinten in der Rangliste eingeordnet ist.

An Brett acht kam ein weiterer Neuzugang zum Zuge. Manfred Lachnit gewann seine erste Partie beim SC uBu sehr abgezockt gegen Christian Lehn. Glückwunsch Manfred zum ersten Sieg auch von dieser Stelle aus.

Peter, der am Brett vier gegen Leander Zimmer spielte, fuhr ebenfalls einen vollen Punkt ein. Er war in einem Turmendspiel mit Mehrbauern stark in die gegnerische Stellung eingebrochen. Lamm sah keine Chance zur Verteidigung mehr und gab auf.

Sven, der an Brett eins Max vertreten musste, hatte es mit dem spielstarken und erfahrenen Werner Enzmann zu tun. Sven löste die schwere Aufgabe bravurös und gewann sein Spiel. Ich denke mit diesem vollen Punkt hatte vorher kaum jemand gerechnet.

Ich hatte es am dritten Brett mit Sandro Luca Nichterlein zu tun. Nach einer von Taktiken geprägten Partie kam er zu einem starken Angriff. Bei einer falschen Abwicklung wäre ich mit Minusfigur dagestanden. Nach langem Rechnen fand ich einen Zug, der ausreichend Gegenspiel ermöglichte und so das Spiel zusammenhielt. Nach einem Generalabtausch blieb ein Springer-Bauernendspiel auf dem Brett. Dieses empfand nicht nur ich als ausgeglichen, weshalb wir uns auf Remis einigten.

Thomas spielte am zweiten Brett gegen Henrik Berkmann. Dieser spielte eine bärenstarke Saison und hatte den bisherigen fünf Spielen lediglich einen halben Punkt abgegeben. Auch Thomas konnte diese Serie leider nicht beenden und musste sich geschlagen geben. Ich bin mir sicher, dass Thomas den Seuchenvogel, der ihn diese Saison zu verfolgen scheint, bald erlegt und wieder wichtige Punkte für uns holen wird.

Tao spielte in seiner Partie an Brett fünf gegen Christoph Menschel ebenso remis wie Rodrigo gegen Michael Berkmann an Brett sechs. Summa summarum also ein 5,5:2,5 für uBu 2, was den höchsten Saisonerfolg bedeutet.

Nach diesem Spieltag steht unsere Zweite auf dem dritten Platz. Trotz dieser tollen Momentaufnahme sollten wir weitere Mannschaftspunkte holen, damit der Klassenerhalt rechnerisch so früh wie möglich perfekt ist.

Cool, souverän, relaxed: KSF IV – uBu 1 – 7

Die vierte Mannschaft der Karlsruher Schachfreude ist eigentlich eine gute Truppe, deren pari-pari Mischung aus jungen Spielern und alten Hasen uns letztes Saison große Probleme bereitet hatte. Heute waren wir zwar nominell das spürbar bessere Team, aber mit diesem Kantersieg hat unser Mannschaftsführer sicher nicht gerechnet, als die verschlafene Badkappe wenige Minuten zu spät in der Walter-Eucken-Schule zu ihrem Platz fand. Wie gewohnt war die Atmosphäre freundlich und professionell, obwohl gefühlte 100 Mannschaften versammelt waren. Wie selbstverständlich warteten die KSFler, bis wir vollzählig waren, eine Vorgehensweise, welche ich persönlich vehement befürworte, auch wenn so manche Vereine das leider anders sehen.

Der Kampf begann unbeschwert, alle acht Bretter kamen gut aus der Eröffnung ‚raus, die Sicherheit war fühlbar. Wahrscheinlich dachte sich der ein‘ oder andere: „Mit Mathias an 8 kann ja nichts schief gehen, der ist doch unterfordert, der Junge“. So war’s dann auch, als hätte er’s eilig gewann er schnell mit Schwarz. Wolfgang H überspielte seinen Opponent positionell und hatte wenig später einen unaufhaltbaren Freibauern auf der siebten Reihe sowie ein bequemes Zeitpolster von zwei Stunden und 16 Minuten.

Mischa hatte das Glück, eine Remisstellung mit einer gut versteckten Kombination zu gewinnen, und Jürgen war der nächste. Er konterte das Angriffsspiel seines Gegners geschickt aus und verwertete locker die Initiative. Klaus vereinbarte Remis, vollkommen unbewusst, dass er damit bei’m Stande von 0-4 den Mannschaftssieg sichert. Wolfgang W machte es ihm nach – er wollte wohl noch zu ’nem Termin. Diese schöne Situation erlaubte es mir, in einer Gambitpartie noch zusätzlich ’ne Figur in’s Geschäft zu stecken, weil mir die Stellung noch nicht scharf genug war. Es war eine dieser Partien, welche bei gestörter Balance die ganze Zeit objektiv vollkommen ausgeglichen sind, aber niemand freiwillig der Verteidiger sein will. Ich wäre an meines Gegners Stelle vermutlich auch irgendwann zusammengebrochen.

Den Schlusspunkt lieferte Zacharias, dessen Gegner sich von einem Qualitätsopfer zu viel versprochen hatte. Ein weiteres Mal wurde ich Zeuge, dass Zachi sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lässt, wenn er ‚mal ’nen kleinen Materialvorteil hat – sehr sicher in der Verwertung! Da haben die KSFler ’nen sehr schwarzen Tag erwischt und das Tief unserer ersten Mannschaft scheint überwunden zu sein. In Verbindung mit dem unerwarteten Sieg der zweiten ein Bilderbuchspieltag!

Wichtige Punkte für das Saisonziel

Diesmal galt es für unsere zweite Mannschaft gegen den SK Durlach 2 weitere wichtige Punkte für den Klassenerhalt einzusammeln.

von Moritz Kühner

  1. Wolfgang Friedrich – Max Gageik
  2. Francisco, Fernando Fernandes Dellandrèa – S. Maciejewski
  3. Holger Hopp – Thomas Ballester
  4. Thomas Joachim – Moritz Kühner
  5. Sven Ahlers – Peter Schneider
  6. Philipp Gessner – Rolf Schrader
  7. Jonas Augusto Kunzler – Robby Bischoff
  8. Kampflos: Moritz Otto

Kampflos geht an Brett 8 der erste Punkt an Moritz Otto. uBu 2 führt gleich 1:0.
Leider musste Robby seine Partie früh verloren geben. Wichtige Punkte für das Saisonziel weiterlesen

Sandhausen 2 vs. uBu 2:6

Starker Auftritt des SC uBu gegen Sandhausen 2

von Mathias Guthmann

uBu zeigt sich am Sonntag gegen den Tabellen-Nachbarn aus Sandhausen gut aufgelegt. Das Ergebnis geht auch in dieser Höhe völlig in Ordnung!
Für den kranken Mischa Rausch springt unser sympathischer Neuzugang Herbert Eitel ein, an Brett 2 spielt Zacharias Heck. Nach kurzer Abstinenz besetzt Jürgen Lutz wieder das Brett 4.

Hier die Paarungen:

  1. Wolfgang Weiler vs. Sebastian Bernhard
  2. Zacharias Heck vs. Waldemar Höhler
  3. Marcus Krug vs. Viktor Wall
  4. Jürgen Lutz vs. Dr. Tran Son Do
  5. Wolfang Henn vs. Elmar Bahnmüller
  6. Klaus Brück vs. Jörg Manske
  7. Mathias Guthmann vs. Jan Bergmeier
  8. Herbert Eitel vs. Riccardo Amato

 

Schon nach ca. 60 Minuten Match-Time wird deutlich, dass keines unserer Bretter in Gefahr ist, ganz im Gegenteil, die Stellungsbilder sprechen tendenziell eher für uBu. Sandhausen 2 vs. uBu 2:6 weiterlesen