Viktor Korchnoi ist tot

Von Stefan64 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17022617
Von Stefan64 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17022617

Im Alter von 85 Jahren verstarb  der große Viktor Kortschnoi, viermaliger Meister der Sowjetunion. In den 70er Jahren verlor er den WM-Kampf gegen Karpow, wurde aber zur Legende.
Im Hintergrund spielte stets die Politik eine große Rolle, Kortschnoi  kritisierte das Sowjet-Regime und floh schließlich 1976 aus dem Land. Frau und Sohn mussten in der Sowjetunion verbleiben. Karpow hatte damals das Schach-Establishment auf seiner Seite, Kortschnoi wurde als Verräter stigmatisiert.
Den Weg in die Geschichtsbücher fanden auch die Duelle gegen Robert Hübner. Kortschnoi hatte einen unbändigen Willen, Disziplin, Energie und eine Riesenportion „Biss“.
Selbst im hohen Alter konnte „Viktor der Schreckliche“ wie er gerne von seinen Gegnern genannt wurde, noch sehr gut mithalten, er spielte lange Zeit unter den Top 100.  Ein Schlaganfall vor wenigen Jahren konnte ihn nicht daran hindern, den geliebten Sport weiter  zu betreiben.
Mit Kortschnoi verliert die Schachwelt einen der ganz Großen!

Schachaccessoires, die sich nicht durchgesetzt haben

  • Springerstiefel in weiß
  • Remisen
  • Bauernopferaltar
  • Falscher Damenbart
  • Caro-Kaffee
  • Routenplaner – Edition “A1 – A8″ (auch als “B1 – B8″ erhältlich)
  • Spanische Eröffnungsfliege
  • Mattigel
  • Zugunglücksbringer
  • Läufer in Originalgröße (1,5 x 7 cm, handgewebt)
  • DVD-Kollektion: “Das Beste von Patt & Pattachon”
  • alles von Bobby Fischertechnik

Schach und Psychologie

Ich musste einige Tage überlegen, um einen adäquaten Text für das Saisonfinale am Sonntag zu schreiben.

Für uns ging es um die Platzierung, für den Gegner aus Rheinstetten um die Relegation. Eine bessere Ausgangslage für uBu, der Gegner war im höchsten Maße von der individuellen Leistung abhängig, wir durften die Begegnung entspannter angehen, trotzdem war das Ergebnis ungewiss.

Beeindruckt hat mich der Auftritt von Mischa Rausch gegen Ulrich Ströbel, auch ästhetisch ansprechend, ein wunderbarer Sieg. Dr. Sven Hermann hat Klasse bewiesen und ein perfektes Endspiel geliefert. Danke an Wolfgang Henn, der hochklassig gewonnen hat. Meinen schrecklichen Turm-Einsteller muss ich erwähnen obwohl ich ihn als Redakteur einfach wegschreiben könnte, es liegen aber leider Beweise vor. Klaus mit Remis und Weiler an 1 mit Verlust. An 8 muss Ignaz aufgeben, hoffnungslose Stellung, es scheint nicht gut zu laufen an diesem Tag.

Alles verdichtet sich auf den  Kampf an Brett 2, dort soll die Entscheidung fallen, ein dramatisches Duell. Michael Maurer gegen Marcus Krug. Wie viele Leser wissen, war Maurer lange Zeit bei uBu und hat großartige Kämpfe geliefert, die Kontrahenten kennen sich. Wer hat nun den gößeren Druck, wer muss die Partie gewinnen?  Maurer spielt gut, Marcus muss einen Turm geben und steht de facto auf Verlust, eine Stellung die üblicherweise zur Aufgabe bewegt, noch gibt es aber Züge.

Eine lange Königswanderung beginnt, das Ziel ist strategischer Natur, ein Bauer auf der A-Linie muss angegriffen werden um das Schlimmste zu verhindern, es sind einzige und gute Züge die Marcus in dieser Phase der Partie spielt.
Plötzlich geht das Spiel nicht mehr über die Mathematik, sondern über die Psyche, über den Willen. Michael begreift das zu spät, beginnt zu zweifeln, zu zaudern.

Es kommt zu einem Damen-Endspiel, eine Überraschung, ein Coup. Ob dieser Wendungen muss eine Art Desillusion bei Maurer stattgefunden haben. Der Wald von Birnam  kommt nach Dunsinane, ein unmöglich Ding wird zur bitteren Realität, zur Gewissheit. Darunter leidet das Ego, Verzweiflung ist das Ergebnis. Am Ende streckt Michael Maurer die Waffen, der Kampf ist vorbei.

Rheinstetten 3.5, uBu 4.5

Agon(ie) in Moskau

Zur Zeit läuft in Moskau das wohl best besetzte Turnier seit langer Zeit. In diesem Kandidaten-Match wird der Gegner ermittelt, der dann im November gegen Weltmeister Carlsen spielen darf.

Caruana, Karjakin, Anand, Giri, Topalov, Nakamura, Aronian und Svidler, das sind die wohlklingenden Namen die sich zu diesem Schach-Mega-Event in der russischen Hauptstadt eingefunden haben. Täglich sitze ich gebannt vor meinem Laptop um die teilweise wirklich hochklassigen und sehr spannenden Begnungen anzuschauen.

FIDE und Agon

Genau da aber liegt das Problem. Die FIDE hat die Eventfirma Agon mit der Übertragung der Partien beauftragt,  die Verantwortlichen des Unternehmens verhalten sich wie archaische Feudal-Fürsten vor 400 Jahren. Die Weitergabe der Züge ist strengstens untersagt, will man die Partien Online verfolgen, so muss man sich entweder per E-Mail oder mit einem Facebook Account einloggen, gleichzeitig verpflichtet man sich damit über das Geschehen an den Brettern Stillschweigen zu bewahren. Übrigens gilt das gleiche (in verschärfter Form) für die Besucher, die vor Ort die Partien verfolgen. Schachzüge sind ja im Prinzip nichts anderes als Sport-Ergebnisse, es gibt bisher de facto und de jure keine Handhabe für das Vorgehen von Agon, trotzdem werden Zuwiderhandlungen mit drakonischen Strafen belegt, man spricht in Moskau von bis zu 10 Jahren Haft.

Übertragung ins Internet

Soweit die gute Nachricht, nun die schlechte: Die Übertragung ist hundsmiserabel. Zwischendrin wird immer wieder martialische Werbung eingespielt, mit einem wagnerianischen Klangteppich. Diese Werbeblöcke gehen manchmal gut und gerne über 10 Minuten lang, in der Zeit wird man dann unter anderem mit den Vorzügen der neuesten fahrbaren Untersätze einer in Bayern ansässigen Automobil-Firma belästigt. Alles, was heute zu Tage als ganz normaler Standard gilt, wie zum Beispiel die Direktanalyse per Engine fehlt bei Agon. Man darf froh sein, dass es einen Daniel King gibt, der dann nach den Partien wie immer sehr gute Video-Analysen liefert, wie gesagt, erst nach den Partien. Natürlich darf die Schachwelt sich freuen, wenn neue Sponsoren gefunden werden, ich höre aber eine Nachtigall trapsen, wenn der Name Agon erwähnt wird, man hat den wohl berechtigten Eindruck, dass hier versucht wird eine Monopol-Stellung aufzubauen, kein schöner Zug.

Skandale und Skandälchen

Kein ordentliches Schachturnier ohne den entsprechenden Skandal. Den gab es diesmal in der Partie Aronjan (Armenien) gegen Nakamura (USA). Was war passiert? Ein „Berührt-Geführt-Fehler“, Nakamura schappte sich den König, hielt in kurz in der Hand, um dann wohl festzustellen, dass der Königszug sofortigen Partieverlust bedeuten würde, deshalb hauchte er noch ein verzweifeltes „Ajust“ in den mit Spannung aufgeladenen Schach-Äther, aber zu spät. Der Schiedsrichter hatte zu recht kein Erbarmen. Angeblich soll es noch zu gegenseitigen Beschimpfungen gekommen sein, wandelt da jemand auf Bobby Fischers Spuren?

Schachliches

Glanz und Elend liegen nah beisammen in Moskau. Altmeister Anand spielt einen Tag auf allerhöchstem Niveau, am nächsten Tag lässt er sich dann von Badboy Nakamura nach allen Regeln der Kunst zerlegen. In Führung liegt der Russe Krajakin, der sich am Ende wohl ein Duell mit Caruana (USA)  liefern wird, obwohl ich an dieser Stelle den Tiger von Madras noch nicht ganz abschreiben will, an der Spitze geht es eng genug zu. Heute ist Ruhetag, Ostersonntag und Ostermontag wird sich das Turnier dann entscheiden.

hier geht es zur verachtungswürdigen website des Veranstalters…

Wiesental und uBu trennen sich mit einem Remis

Vielleicht hätten wir in dieser Begegnung mehr erreichen können oder gar müssen. Individuelle Fehleinschätzungen, falsch behandelte Eröffnungen, Gewinnstellungen die leichtfertig aus der Hand gegeben wurden,  all diese Faktoren rechtfertigen letztendlich ein leistungsgerechtes Remis, damit können wir einigermaßen leben.

Brett 1, Volker Widmann gegen Wolfgang Weiler, darf man diese Partie als Klassiker bezeichnen? Statistischer Hintergrund fehlt mir, jedenfalls zwei große Namen, zwei erfahrene Spieler. Am Sonntag aber eine klare Sache, unser Mann setzte sich brachial durch, ungewohnt schnell, gewohnt sicher.

An 2 Krug gegen Martus. Zu Anfang ein starker Auftritt von Marcus, dann eine Fehleinschätzung, verfrühter Aufmarsch des b-Bauern. Adieu Gewinn-Träume, Remis, so eines, das man gerne gleich wieder vergisst.

Gratulation an Moritz Kühner, der gegen seinen Gegner Andreas Schmitt (+300 DWZ!!), ein wunderbares Remis erkämpfte, bravissimo!

Werner Ams hatte gegen Wolfgang Henn an 6 keine Chance. Mit einer Qualität weniger auf Gewinn zu spielen, das ist nun einmal den Meistern vorbehalten, das braucht einen Plan, das braucht Rechentiefe, das braucht einfach Klasse. Die fehlte ein klein wenig am Sonntag bei Ams, klar nach Hause geschaukelt von Henn.

Ein Schock war die Partie Frank Rothardt gegen Jürgen Lutz an 5. Ein kurzer Blick auf das Brett reichte aus, um die Gewinnstellung unseres Mannes zu diagnostizieren. 2 gegnerische Springer sahen gefährlich aus, waren dennoch Zinnsoldaten. 2 schlechte Züge schmissen die Partie weg, dabei war der Sieg so greifbar nahe.

Mischa an 7 gegen Heinz Martus. König offen, brutaler Angriff, verloren. Ich finde, er schlägt sich trotzdem großartig, Mischa spielt mutig und überlegt, nur eine Frage der Zeit, bis sich nachhaltige Erfolge einstellen.

An 4 spielte ich gegen Hubert Heilig (DWZ 1802). Keine Meisterleistung, weder von mir noch von Hubert. Eigentlich total niveaulos, Kaffeehaus-Schach, Sonntagspartie, Schattenboxen. Vielleicht stand ich zwischendrin sogar auf Gewinn, hätte es aber nicht verdient, Remis ok.

Dann noch Sven Hermann gegen Amann. Auch hier wieder eine klare Sache, der Sieg war eine Sache von wenigen Zügen. Der Imperativ bei Schachaufgaben: Finden Sie den Gewinnzug! Der Imperativ gegen Wiesental: Stellen Sie die Partie schnellstmöglich ein!
Im Endspiel wird halt nicht jongliert. Deswegen: Remis

Durchwachsene Leistung, insgesamt haben wir nicht mehr verdient, an diesem verflixten Sonntag.

Zukunftsvisionen, Chess Akademie Baku

Mal etwas ganz anderes. Baku ist ja die Geburtstadt meines Schach-Idols Gary Kasparow. Inzwischen ist er ja politisch unterwegs, kürzlich hat er aber sogar noch ein Schnellschach-Turnier gespielt. Nun gibt es eine sehr interessante Architektur-Studie von der COOP Himmelblau, das ist ein Architekturbüro, international tätig. Die 3D Renderings zeigen die Planung der Schach-Akademie in Baku, äußerst interessant, wird aber nie gebaut werden, jedenfalls nicht bei den Ölpreisen zur Zeit, denn davon lebt die Wirtschaft Aserbaidschans. Meiner Meinung nach ist hier ein wenig bei Oscar Niemeyer abgeschaut worden, die FIFA-Zentrale in Genf schaut  sich dagegen wie eine Hundehütte aus. Vielleicht sollte man noch etwas an der nutzbaren Fläche arbeiten, 7000 Quadratmeter sind doch ein wenig zu knapp bemessen.

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Ein Stadtmeister in den Reihen des uBu

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Foto: Schachclub Leinfelden

Gratulation an Jürgen Lutz, der als Gastspieler die 10. Leinfeldener Stadtmeisterschaft für sich entscheiden konnte! Am Ende siegte er ungeschlagen mit 5,5 aus 7 vor Titelverteidiger  Fritz Zöllmer. Wenn das einmal kein Trost für diese letzte Partie in der Verbandsrunde ist, Bravo!

Wie sagt man so schön:

A Day for the Hunter, a Day for the Prey

SC uBu 2: Niederlage gegen Durlach 2

Ebenso wie die erste Mannschaft mussten wir unser Heimspiel auf fremden Terrain austragen. Dies geschah im Heimspiellokal unseres Gegners aus Durlach. An dieser Stelle nochmals Danke für das Aufnehmen der zweiten Mannschaft und die Gastfreundschaft.

Es kamen folgende Paarungen zustande.

Foto

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SC uBu: Klarer Sieg gegen ersatzgeschwächte Ettlinger

Herzlichen Dank an die Ettlinger, die trotz Raumnot diesen Spieltag für uBu möglich gemacht haben.
Ettlingen ist ein großer Club mit über 100 Spielern und Spielerinnen, stets treffen wir auf nette Gastgeber, die mit Einsatz und Spaß den Schachsport ausüben.
Endergebnis: 6,5:1,5

Aufstellung
Die Aufstellung

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