Verwirrung um FIDE-Präsident Ilyumzhinov

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Die FIDE führt ihren Leitspruch gens una sumus einmal mal mehr ad absurdum.
Gestern konnte man auf der offiziellen Präsenz des Weltschachverbands die Nachricht lesen, dass der langjährige Präsident der Fide,  Kirsan Ilyumzhinov,  seinen Rücktritt erklärt hätte. Seit über 20 Jahren führt der Kalmücke die Amtsgeschäfte als Nachfolger von Florencio Campomanes, der 1995 wegen Unregelmäßigkeiten finanzieller Natur zurücktreten musste.
Allerdings hielt sich die Nachricht nur wenige Stunden, der Russische Schachverband dementierte prompt. In seiner Stellungnahme betonte Ilyumzhinov, dass es sich  ganz klar um Gerüchte oder Fehlinformationen handelt, von einem Rücktritt wäre nie die Rede gewesen.
Ilyumzhinov ist bestens vernetzt, schon während seines Studiums in Moskau verschaffte er sich gut funktionierende Kanäle in höchste russische Kreise. Der umtriebige Kalmücke hat keine Berührungsängste, zu seinen Bekannten zählten auch Sadam Hussein und Muammar al-Gaddafi, beiden wurde bekanntlich ein unrühmliches Ende zuteil.
Es darf nun nach Herzenslust spekuliert werden, nach aller Erfahrung wird es aber keine eindeutige Klärung des Sachverhalts geben.

Beide Mannschaften des SC uBu mit Siegen

Unter einem guten Stern stand der Heimspieltag beider Mannschaften des SC uBu.
uBu siegte klar mit 6:2 gegen die Schachfreunde aus Niefern-Öschelbronn, uBu 2 ließ gegen den SF Neureut 2 ebenfalls nichts anbrennen und gewann mit 5, 5 zu 2,5.
Beide Mannschaften waren ausgesprochen gut aufgelegt und ließen ihren Gegnern kaum eine Chance.
Leider musste Mischa Rausch, diesmal an Brett 1 in der 2. Mannschaft,  gegen Werner Enzmann ein paar Federn lassen. Enzmann ist allerdings ein sehr erfahrener und spielstarker Gegner, das ist also überhaupt kein Beinbruch.  Auch Wolfgang Weiler, erste Mannschaft, musste ganz vorne eine Niederlage einstecken, macht nichts, die Mannschaft hat ja souverän gewonnen.

Interessant war die Situation an den Brettern  7 (Guthmann-Engelsberger) und 8 (Kühner-Stoll) in der ersten Mannschaft.
Symmetrische Stellungen bis zum 4. Zug, so etwas gibt es auch nicht jeden Tag.
Mein Gegner geriet frühzeitig unter Druck, hätte aber mit Minusbauern gut kämpfen können, ein Damen-Einsteller beendete aber ganz abrupt  die Partie.
Ein Wiedersehen mit einem Ex-Vereinsfreund gab es in der 2.Mannschaft. Unser Trainingsleiter Max Gageik traf dort auf Andreas Mendel, der vor einiger Zeit die eine oder andere Partie für uBu bestreiten durfte.  An dieser Stelle meine Glückwünsche an Max, der souverän seine Klasse ausspielte und die Partie klar für sich entscheiden konnte.

Der Spieltag verlief in außerordentlich angenehmer Atmosphäre!
Ein Kompliment an unsere Gegner, die in der Niederlage Sportsgeist bewiesen, genau so stellt man sich doch eine faire Begegnung vor!

Mit dieser Leistung haben sich beide Mannschaften aller Abstiegssorgen entledigt und können in den verbleibenden Begegnungen bequem aufspielen.

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uBu vs. Ersingen 6:2

Guter Auftritt des SC uBu in Ersingen. Nach einigen durchwachsenen Vorstellungen gegen zugegebenermaßen sehr starke Gegner zeigte uBu am Sonntag klare Kante.
Am Ende ist das Ergebnis auch in der Höhe gerechtfertigt.

An Brett 1 versucht es Wolfgang Weiler gegen Dominik Waidelich mit einem sehr schönen Qualitätsopfer. Theoretisch steht er danach aktiv und auf Gewinn. Es folgt aber ein ungenauer Zug und die Stellung ist nicht mehr zu halten, bedauerlich, gerade weil mit so viel Esprit gespielt wurde.

Krug gegen Wolf an 2. Auf das Brett kommt eine Art Sokolsky. Sind Sie jemals auf die Idee gekommen mit 1.b4 zu eröffnen? Viele von uns werden die Frage mit einem klaren Nein beantworten, es gibt aber eine kleine, eingeschworene Gemeinde, die sich diesem Zug verschrieben hat.
Aber bitte nicht gegen Marcus Krug, nicht heute, schnurgerade widerlegt er die eigenwillige Partie-Anlage und sichert sich den Sieg.

Starke Leistung von Zacharias Heck gegen Achim Männer an Brett 3. In einer lebhaften Partie verschafft sich Heck die bessere Ausgangsposition um im Endspiel die verdiente Ernte einzufahren.
Bauern und König stehen einfach harmonischer als beim Gegner, mit seiner guten Technik  erzwingt Zacharias die Entscheidung zu seinen Gunsten.

Wolfgang Henn gegen Uwe Sonntag an 4. Sauber gespielt von Wolfgang. Am Ende beweist der gut postierte schwarze König wie er im Zusammenspiel mit seinem Läufer einen fürchterlichen Zugzwang erzwingt. Sonntag schrubbt noch ein wenig, macht aber keinen Sinn mehr.

Lutz gegen Dehmel. Eine der wenigen Niederlagen heute. War vielleicht auch gar nicht nötig. Nach einer Kurzanalyse durch unseren Einser – Wolfgang Weiler – hätte sich Jürgen durchaus retten können.
Vielleicht mit einem Minusbauern aber mit Perspektiven.
Kann passieren, manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

An 6 Guthmann gegen Naß. Ein starker Gegner, taktisch sehr gewieft. Zunächst sieht die Stellung nach Remis aus.
Dann aber plötzlich ein offener Schlagabtausch, Naß wirft seine Dame ins Geschäft, er will danach mit Turm, Läufer und Bauern zumindest das Unentschieden retten.
Allerdings überschätzt er seine schwache Königsstellung. Zu luftig steht der König, der so lange gejagt wird, bis Maximilian Naß schließlich das Handtuch wirft.
Einfach war das nicht, immer wieder stellt Maximilian raffinierte Fallen, da gilt es, ständig auf der Hut zu sein.

Michael Rausch gegen Luka Tobias Lauser an 7.
Konzentrierter Auftritt von Mischa Rausch. Peu à peu wird die Stellung ausgebaut, ganz ruhig, ohne Hektik. Irgend etwas muss der Gegner übersehen haben, plötzlich stehen 2 Figuren en prise, eine Katastrophe aus seiner Sicht. Das lässt sich Mischa natürlich nicht nehmen, ganz abgeklärt holt er sich den Sieg.

An 8 Maciejewski gegen Martin Lauser. Ein Start-Ziel-Sieg. Nach kurzer Zeit ist der Gegner bereits ausgespielt, ausmanövriert. Die Dame unseres Mannes darf ungestraft durch das feindliche Lager marschieren wo sie ein verheerendes Blutbad anrichten könnte. Vorher wird aber aufgegeben, wer will sich den so etwas antun?

TV Neuenbürg – SC uBu 3:5

Hoch den Krug!

HochdenKrug

Die Überschrift des Mannschaftskampfes gegen Neuenbürg konnte nur einem gewidmet werden – unserem Mannschaftscaptain Marcus Krug. Er legte eine wohlschmeckende *Zukertort Partie hin! Seine, mit den schwarzen Steinen, geführte Partie an Brett 2 war wirklich wie aus einem Zuckerguss. Ästhetisch für den Außenstehenden, im Gegenzug kompromisslos präzise für den Gegner. Im Eiskunstlauf gäbe es dafür die Höchstnote 6,0, welche mit perfekt und fehlerlos deklariert wird.

Doch was machten unsere anderen Bretter?

Brett 1, Wolfgang Weiler: Er knetete mit einer störrischen Ruhe seinen Gegner fünfeinhalb Stunden durch. Es war die letzte noch laufende Partie, zu diesem Zeitpunkt stand es 3:4 zu Gunsten für uns. Er hätte jederzeit das Remis annehmen können, wir hätten dennoch den Mannschaftskampf gewonnen, aber er zeigte allen  seine Technik, gepaart mit taktischer List und gewann seine Partie!

Brett 3, Wolfgang Henn: Wolle durchlebte während seiner Partie wohl ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst klar besser gestanden, dann den Vorteil wieder hergegeben und unklar ob´s zum Sieg reicht. Letztlich kam er zum Remis, was im Kontext zur Mannschaft völlig in Ordnung war, da sich bereits unser Sieg abzeichnete.

Brett 4, der Autor dieser Zeilen: So richtig enttäuscht war ich erst, als ich Sonntag abends, mit Hilfe der Schachsoftware Fritz, meine Partie analysierte. Ich bekam die ernüchternde Bestätigung, dass mein Endspiel tatsächlich gewonnen ist! Ich spielte, mit Schwarz, eine grundsolide Verteidigung. Nach dem Blutbad auf e5, wo sich gefühlt das halbe Brett abtauschte, hatte ich locker den Anzugsvorteil meines Gegners ausgeglichen. Seine Aura signalisierte mir auch mehrfach, dass er einem Remis nicht abgeneigt wäre. Ich spielte jedoch weiter, ganz im Sinne Carlsen´s, und versuchte mit Pressing in ein gewonnenes Endspiel zu münden. Just in dem Moment, als mir dies gelang, schaute ich nicht lange genug in die Stellung und zog a´Tempo den naheliegendsten Zug, der leider nur zum Remis reichte. Wirklich ärgerlich, da ich nachträglich betrachtet, absolut begründet weitergespielt habe und den Sieg auf der Hand hatte.

Brett 5, Klaus Brück: Hier waren wir wohl alle überrascht, das Klaus an diesem Tag die Waffen strecken musste! Normalerweise ist Klaus mit Weiß eine Bank, da brennt nicht viel an. Vermutlich war es eine ungewohnte Stellung, die sich aus der Eröffnung heraus entwickelte und Klaus daneben greifen ließ. Jeder kennt das, es gibt Stellungstypen die einem einfach nicht liegen, da kann dann sowas schonmal passieren. Klaus wirds wieder besser machen, das ist außer Frage!

Brett 6, Mathias Guthmann: Hier komme ich gleich zum Schluss; eine listige, bekannte Taktik rettete Mathias das Remis! Sein Gegner, der gerade seinen Bauern zur Dame umwandelte, übersah im sicheren Glauben des Sieges, diese taktische Pointe völlig! Mathias König stand auf Patt, seine Bauern waren blockiert, nur noch der Turm konnte ziehen. Also was macht man in dieser Situation? Richtig, man wirft ihn dem gegnerischen König zum Fraß hin, gepaart mit einem Schachgebot! Versucht der König dem Turm zu entkommen, verfolgt dieser ihn bis ans Ende der Welt. Klasse von Mathias, der natürlich genau auf dieses Szenario die Züge davor ausrichtete!

Brett 7, Mischa Rausch: Unser Jüngster, mittlerweile nicht mehr aus der Ersten wegzudenken, kam zu einem schönen Weißsieg. Seine taktisch angelegte Partien gefallen mir jedes mal aufs neue. Ein überzeugender Sieg von Mischa!

Brett 8, Moritz Kühner: Nach 18 Zügen war hier bereits Remisschluss, ein friedliches Großmeisterremis? Nein, die Kurzpartie war voller Energie, taktisch hochinteressant und besser für Moritz – und das mit Schwarz!

Hier die Stellung, nach dem 13. Zug von Weiß, Dd1-g4

Klarmann-Kühner

Moritz konterte mit … 13. Sxe5!, was ein loderndes Feuer auf dem Brett entfachte! Nach 14. Dxg7 Sxd3 + 15. Kd1 Sb2 + 16. Ke1 Sd3 + 17. Kd1 Sb2+ 18. Ke1 Sd3+ wurde das Kind in der Wiege zum Remis geschaukelt.

Letztlich ein ungefährdeter Sieg für uns, so kann es gerne weiter gehen.

Hier noch die Einzelergebnisse im Überblick:

1 Dieterle,Patrik 1917 Weiler,Wolfgang 1996 0 1  
2 von Ehr,Martin 1902 Krug,Marcus 2021 0 1  
3 Dathe,Christian 1823 Henn,Wolfgang 1871 ½ ½  
4 Klarmann,Klaus 1818 Lutz,Jürgen 1868 ½ ½  
5 Hermann,Ulrich 1665 Brück,Klaus 1845 1 0  
6 Gehring,Lutz 1658 Guthmann,Mathias 1577 ½ ½  
7 von Wilke,Andreas 1501 Rausch,Michael 1500 0 1  
8 Klarmann,Simon 1500 Kühner,Moritz 1417 ½ ½  
 

 

* in Anlehnung an den polnisch-deutschen Schachmeister Johannes Hermann Zukertort   1842 – 1888

 

 

SC uBu – SF Illingen 4,5:3,5

“Irgendwo falsch abgebogen…”

erläuterte Wolles Gegner in der Post-mortem-Analyse, nachdem er kurz zuvor auf die “Weiterfahrt” verzichtete. Diese Einschätzung bringt es ganz gut auf den Punkt. Wolle kam tatsächlich recht früh, in der Partie, auf die Überholspur und blieb auf dieser bis zum Schluss. Ich könnte es auch als einen Einbahnstraßensieg bezeichnen. 1:0 für uBu nach ca. zweieinhalb Stunden durch den Schwarzsieg von Wolle an Brett 3.

In unserem Team fehlten verletzungsbedingt Klaus, der immer für ein Tor gut ist, sowie Mannschaftskapitän Marcus, der, auf eigenen Wunsch, ein Spiel pausierte. Er war dennoch vor Ort und gab moralische Unterstützung, eben wie es sich für einen Captain gehört! Somit fehlten uns zwei Goalgetter, es mussten also andere die Tore schiessen!

Nach Wolles Führungstreffer hätten wir eigentlich Sicherheit gewinnen müssen, leider kam es ( wie so oft beim Sport ) jedoch anders. Den Gästen aus Illingen gelang der Ausgleichstreffer an Brett 8. Rodrigo, der eigentlich ganz gut aus der Eröffnung rauskam, verzettelte sich im Mittelspiel, so das er letztlich aufgeben musste. Schade für ihn, aber passiert jedem mal. Mund abwischen, beim nächsten Mal läuft es wieder besser.

Die Gäste hatten nun ihre stärkste Phase des Spiels. Toooor zum 1:2 für Illingen! Moritz an Brett 7 konnte seine Stellung nicht mehr halten. Auch hier sehr schade, weil beim Blick auf dessen Partie, am Anfangsstadium, verhieß zunächst Gutes. Moritz kam mit Schwarz gut aus der Eröffnung heraus, eroberte Raumgewinn am Damenflügel und nistete ein Rössl´auf b3 ein. Ne Stunde später jedoch gelang seinem Gegner der Durchbruch im Zentrum mit Drohungen gegen den schwarzen Monarchen. Auch hier, Mund abwischen, Moritz wird seine Tore noch schiessen, da bin ich mir ganz sicher!

Beim Blick auf das Nachbarbrett 5, wo Mathias eigentlich ein Gourmetgericht auf den Teller zaubern wollte, ließ meine Zuversicht nicht gerade wachsen. Mathias kam zunächst, mit Schwarz, gut aus der Eröffnung. Er anektierte wichtige Zentralfelder und stand mehr als solide, mit Schwarz kann man das als Erfolg werten! Beim Versuch, die gegnerische Dame zu fangen, unterlief ihm jedoch leider ein Loch in der Berechnung. Nicht genug, dass er die Dame nicht fangen konnte, nein, bei ihrem “Fluchtversuch” vernaschte die Dame in Weiss gleich noch nen Läufer von Mathias. Dieser Figur rannte er nun schon längere Zeit hinterher. Er versuchte die Stellung in taktische Gewässer zu leiten, immer in der Hoffnung, dass sein Gegner viell. auch daneben greift.

Doch dann ein gute Nachricht von Brett 2! Zacharias gelang der Ausgleichstreffer zum 2:2! Er vollendete seine Angriffspartie im Stile Tals. Ich würde es als ein Spiel auf ein Tor bezeichnen, weil Weiß von Beginn an am Drücker war und Schwarz außer reagieren nichts eigenständiges unternehmen konnte. Mir gefiel diese Partie sehr gut, weil sie wie ein roter Faden durchstrukturiert bis zum Ende war!

Leider musste kurze Zeit später Mathias die Segel streichen. Er hatte wirklich alles versucht und tapfer weiter gekämpft, meinen Respekt Mathias! Zu unserem Bedauern war sein Gegner jedoch hellwach und zeigte keinerlei Schwäche. Er schipperte die Partie, letzten Endes, souverän nach Hause. 2:3!

Wieder lagen wir in Rückstand bei noch drei verbleibenden Brettern. Da ich sonst nichts besseres zu tun hatte, dachte ich mir, könntest ja selber mal ein Tor schiessen! Gesagt getan, 3:3! Mein Gegner leistete sich beim Übergang aus der Eröffnung ins Mittelspiel zwei, drei ungenaue Züge und gelang ins Hintertreffen. Erstaunlich wie schnell die schwarze Stellung dann floppte. Der Besuch der alten Dame auf h7 leitete den schwarzen Untergang ein, ein paar Züge später war die ganze Verteidigung paralysiert. Auch hier gabs nix mehr zu halten…

Kurz vor Spielschluss gingen wir endlich wieder in Führung! Wolfgang, Brett 1, wendete die sit-and-wait Taktik an. Selbst so gut es geht fehlerfrei spielen und darauf warten, dass der Gegner mal daneben langt. Sein Plan ging auf, er nutzte sofort die Gelegenheit aus, nachdem der Weiße daneben griff! Die lässige Art und Weise imponierte mir hier sehr, auf Wolfgang ist eben Verlass!

Somit 4:3 für uns bei noch einer verbleibenden Partie. Unsere ganzen Hoffnungen lasteten nun auf den Schultern unseres Jüngsten – Mischa! Er hatte die ganze Partie über offensiv gegen den Schwarzen König gespielt, zunächst jedoch taktisch kein entscheidendes Durchkommen erzielt. Er fand sich in einem Bauernendspiel wieder, was selbst erfahrene, langjährige Spieler schon vor ihm vergeigt haben. Nicht jedoch Mischa! Er meisterte das Endspiel souverän, hätte evtl. sogar gewinnen können, aber sein ungefährdetes Remis fühlte sich für uns sowieso wie ein Sieg an. Er steuerte den spielentscheidenden halben Punkt zum 4,5 : 3,5 für uns bei! Unter diesem Druck, der auf dir lastete, eine ganz tolle Vorstellung, Mischa!

Noch ein persönliches Statement von mir, das sicherlich viele Ubuianer mit mir teilen, zu unserem Gegner aus Illingen. Durch die Umlegung in die Bereichsliga 4, welche mit vielen Pforzheimer Mannschaften belegt ist, kamen wir erstmals in Kontakt mit Illingen. Eine sehr sympathische Truppe, die nach vielen Jahren Bezirksklasse, letzte Saison den Wiederaufstieg in die Bereichsliga schafften. Dies zeigten sie mit stolzer Brust auf den Vereinstrikots. Von hier aus drücken wir euch die Daumen zum Klassenerhalt und das wir uns nächste Saison, in der Bereichsliga, wieder sehen!

Viktor Korchnoi ist tot

Von Stefan64 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17022617
Von Stefan64 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17022617

Im Alter von 85 Jahren verstarb  der große Viktor Kortschnoi, viermaliger Meister der Sowjetunion. In den 70er Jahren verlor er den WM-Kampf gegen Karpow, wurde aber zur Legende.
Im Hintergrund spielte stets die Politik eine große Rolle, Kortschnoi  kritisierte das Sowjet-Regime und floh schließlich 1976 aus dem Land. Frau und Sohn mussten in der Sowjetunion verbleiben. Karpow hatte damals das Schach-Establishment auf seiner Seite, Kortschnoi wurde als Verräter stigmatisiert.
Den Weg in die Geschichtsbücher fanden auch die Duelle gegen Robert Hübner. Kortschnoi hatte einen unbändigen Willen, Disziplin, Energie und eine Riesenportion „Biss“.
Selbst im hohen Alter konnte „Viktor der Schreckliche“ wie er gerne von seinen Gegnern genannt wurde, noch sehr gut mithalten, er spielte lange Zeit unter den Top 100.  Ein Schlaganfall vor wenigen Jahren konnte ihn nicht daran hindern, den geliebten Sport weiter  zu betreiben.
Mit Kortschnoi verliert die Schachwelt einen der ganz Großen!

Schachaccessoires, die sich nicht durchgesetzt haben

  • Springerstiefel in weiß
  • Remisen
  • Bauernopferaltar
  • Falscher Damenbart
  • Caro-Kaffee
  • Routenplaner – Edition “A1 – A8” (auch als “B1 – B8” erhältlich)
  • Spanische Eröffnungsfliege
  • Mattigel
  • Zugunglücksbringer
  • Läufer in Originalgröße (1,5 x 7 cm, handgewebt)
  • DVD-Kollektion: “Das Beste von Patt & Pattachon”
  • alles von Bobby Fischertechnik

Schach und Psychologie

Ich musste einige Tage überlegen, um einen adäquaten Text für das Saisonfinale am Sonntag zu schreiben.

Für uns ging es um die Platzierung, für den Gegner aus Rheinstetten um die Relegation. Eine bessere Ausgangslage für uBu, der Gegner war im höchsten Maße von der individuellen Leistung abhängig, wir durften die Begegnung entspannter angehen, trotzdem war das Ergebnis ungewiss.

Beeindruckt hat mich der Auftritt von Mischa Rausch gegen Ulrich Ströbel, auch ästhetisch ansprechend, ein wunderbarer Sieg. Dr. Sven Hermann hat Klasse bewiesen und ein perfektes Endspiel geliefert. Danke an Wolfgang Henn, der hochklassig gewonnen hat. Meinen schrecklichen Turm-Einsteller muss ich erwähnen obwohl ich ihn als Redakteur einfach wegschreiben könnte, es liegen aber leider Beweise vor. Klaus mit Remis und Weiler an 1 mit Verlust. An 8 muss Ignaz aufgeben, hoffnungslose Stellung, es scheint nicht gut zu laufen an diesem Tag.

Alles verdichtet sich auf den  Kampf an Brett 2, dort soll die Entscheidung fallen, ein dramatisches Duell. Michael Maurer gegen Marcus Krug. Wie viele Leser wissen, war Maurer lange Zeit bei uBu und hat großartige Kämpfe geliefert, die Kontrahenten kennen sich. Wer hat nun den gößeren Druck, wer muss die Partie gewinnen?  Maurer spielt gut, Marcus muss einen Turm geben und steht de facto auf Verlust, eine Stellung die üblicherweise zur Aufgabe bewegt, noch gibt es aber Züge.

Eine lange Königswanderung beginnt, das Ziel ist strategischer Natur, ein Bauer auf der A-Linie muss angegriffen werden um das Schlimmste zu verhindern, es sind einzige und gute Züge die Marcus in dieser Phase der Partie spielt.
Plötzlich geht das Spiel nicht mehr über die Mathematik, sondern über die Psyche, über den Willen. Michael begreift das zu spät, beginnt zu zweifeln, zu zaudern.

Es kommt zu einem Damen-Endspiel, eine Überraschung, ein Coup. Ob dieser Wendungen muss eine Art Desillusion bei Maurer stattgefunden haben. Der Wald von Birnam  kommt nach Dunsinane, ein unmöglich Ding wird zur bitteren Realität, zur Gewissheit. Darunter leidet das Ego, Verzweiflung ist das Ergebnis. Am Ende streckt Michael Maurer die Waffen, der Kampf ist vorbei.

Rheinstetten 3.5, uBu 4.5