Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

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Wunderkerze brennend

Der Anfang

Die erste Saison nach dem tragischen Abstieg letztes Jahr. SC uBu hat sich gesammelt und geht mit großen Erwartungen in die neue Saison. Dieses mal heißt es für SC uBu I leider nur „Bezirksklasse“, aber bekanntlich wird auch hier gutes und interessantes Schach gespielt. Interessant und heute vor allem eins: spannend! Doch eins nach dem anderen.

Uns erwartet ein Auswärtskampf, leider ersatzgeschwächt und zudem noch – wegen der undankbaren, uneinheitlichen Beginnregelung – ein Auswärtskampf, der um 9:00 Uhr morgens statt um 10:00 Uhr beginnt. Ja, ich weiß: „dadurch hat man mehr vom Sonntag“. Aber hätte man nicht noch mehr vom Sonntag, wenn man um 3:00 Uhr morgens anfangen würde? 😉 Die Anfangszeit schlägt uns etwas auf die Stimmung, aber dennoch treffen wir uns hochmotiviert vor dem uBu, um nach Graben-Neudorf zu fahren. Dort eingetroffen, findet jeder seinen Platz. Kirchenglocken begleiten unseren Kampf.

Dieser entwickelt sich besonders spannend. Schon zu Beginn entwickeln sich alle Partien ordentlich. Auf beiden Seiten kommt es am ein oder anderen Brett zu kleineren Ungenauigkeiten in der Eröffnung, aber diese sorgen für spannendes Spiel von Anfang an. Schon nach einer halben Stunde sind alle Spieler ans Brett gefesselt.

Brett 8

An Brett Acht entwickelt sich das Spiel besonders schnell. Rolf Schraders Gegner strebt offensichtlich ein schnelles Remis an. Zügig forciert er Damen und Figurentausche, ohne irgendeinen Vorteil zu haben. Rolf als Schwarzer steht von Anfang an bequem, muss sich keine Sorgen machen. Leider gibt er durch eine kleine Ungenauigkeit das zuvor eroberte Läuferpaar wieder ab, und landet in einem Bauernendspiel mit verschiedenfarbigen Läufern. Ein Remisklassiker. Rolf landet schließlich bei einem sauberen Mehrbauern, kann diesen aber am Ende leider nicht in einen Gewinn realisieren. Remis.

Brett 2

Unser junges Talent Michael Rausch spielt an Brett Zwei auf. Mit den schwarzen Steinen wählt er eine seltene Eröffnung, doch leider zeigt sich sein Gegner gut vorbereitet. Vielleicht gerade auf diese Eröffnung? – Micha als Schwarzer spielt gut und sorgt für starke positionelle Verwicklungen am Damenflügel. Leider übersieht er einen Springerausfall auf g5 und der Königsflügel ist stark geschwächt. Trotz zäher Verteidigung kann Micha das Ruder nicht mehr herumreißen. 1:0 für den Gegner.

Brett 5

Es gibt Tage, da hat man nicht die gleiche Kondition, wie an anderen Tagen. So geht es heute Mathias Guthmann an Fünf. Mathias mit Weiß spielt anfänglich zu schematisch, und verliert deshalb früh eine Figur. Das sind wir anders von ihm gewohnt, aber jeder erfahrene Spieler kennt diese Situationen aus eigener Erfahrung. Danach ist der Rest der Partie der verzweifelte Kampf ums Remis. Leider ist es nun sehr schwer, noch ernsthafte Verwicklungen für den Gegner zu schaffen. Mathias kämpft inbrünstig zum Wohle der Mannschaft, aber es ist nicht sein Tag: ein Punkt für Graben.

Nun steht es 0,5 : 2,5 gegen uns. Wir müssen uns unerwartet warm anziehen. Zum Glück sind die anderen Partien vielversprechend für uns. Aber wird das reichen?

Brett 3

Unser Neuzugang Markus Rotzinger spielt an Drei. Kein leichtes Debut für ihn bei uBu, aber Markus geht mit Ruhe und Konzentration an seine erste Aufgabe dieser Saison heran. Mit klarem strategischen Plan drückt er als Weißer seinen Gegner an die Wand. Dieser reagiert nur, reagiert planlos und spielt kurz hintereinander zwei Ungenauigkeiten. Das verzeiht ein Spieler wie Markus nicht. Konsequent wandelt er die Schwächen des Gegners in Materialvorteil für sich um, und der Opponent kann nur noch resignieren. Der erste Punkt heute für Ubu! Es ist die Wende, doch wird es reichen, wieder aufzuholen? Es steht 1,5 : 2,5. Wir brauchen Punkte!

Brett 6

An Brett Sechs spielt Moritz Kühner – heute in seinem Debut als Mannschaftsführer der Ersten. So eine Verwaltungsaufgabe kann vom Spiel ablenken, aber Moritz mit Schwarz spielt eine sehr schöne Partie. Als er mit der seiner Dame auf f2 einschlägt, ist seine Stellung umwerfend. Ein gesunder Mehrbauer und vor allem: ein gigantischer Königsangriff. Jetzt muss jeder Zug sitzen, dann wäre es vorbei. Ja, wäre. Leider spielt Moritz eine kleine Ungenauigkeit, die Damen werden getauscht. Der Ärger über das Versäumnis hält an, und das Spiel verflacht. Da nun der Gegner auch noch den Bauern zurück erobert hat, einigt man sich auf Remis. Aber kein weiterer Rückstand! Es steht 2,0 : 3,0

Brett 4

Rodrigo Gutierrez an Vier mit Schwarz liefert sich zunächst einen ausgeglichenen Kampf mit seinem Gegner. Im Mittelspiel dann verliert er zwar einen Bauern, gewinnt dadurch aber auch eine zusätzliche Turmlinie. Geschickt bringt er seine Figuren in Position, ein wenig Lavieren und dann … ein kleiner Faux Pas des Gegners, und da kommt er: Der Einschlag am Königsflügel! Matt in wenigen Zügen oder massiver Materialverlust für den Gegner. Wie auch immer: Unser zweiter Punkt, und endlich der Gleichstand! 3,0 : 3,0

Brett 7

Zu diesem Zeitpunkt steckt Peter Schneider an Sieben mit den weißen Steinen in der Schlussphase. Der Druck ist – *hust* – hoch. (A.d.R.: Ich habe die vielen Remisangebote des Gegners nicht mehr gezählt.) Peter bleibt am Ball. Zwar kann er im Endspiel erfolgreich und forciert einen Bauern gewinnen, rückt ihn aber vorschnell nach vorn und muss sich in der Folge leider doch mit Remis zufrieden geben. Ginge es nach Fairness, wäre es hier 1:0 ausgegangen.

Brett 1 – Das Finale!

Es kommt zum spannenden Finale beim Stand 3,5 zu 3,5. Es ist Paul Grünkes erste Partie für den SC uBu. Sein Spiel an Brett eins soll alles entscheiden. Schon in der Eröffnung forderte Paul seinen Gegner sehr mit einem unangenehmen Gambit. Paul mit Weiß steht danach sehr gut, aber er muss dennoch sehr genau spielen. Zwei erfahrene Spieler sind aufeinander getroffen. Wer macht das Rennen?

Nach zähem Kampf im Mittelspiel kommt es mit einem Mehrbauern für Paul zum Endspiel. Jetzt wollen wir den vollen Punkt auch zu Hause sehen! Gebannt stehen alle ums Brett. Paul spielt bedacht, sieht sich konfrontiert mit gefährlichen Mattdrohungen und plötzlich auftauchenden Springergabeln. Dennoch behält er konsequent die Oberhand, lässt seinem Gegner kaum Luft zum Atmen. Am Ende eine schöne Abschlusskombination mit Abwicklung ins klar gewonnene Turmendspiel. Der alles entscheidende Punkt am Ende eines langen ersten Spieltages!

Tabelle Bezirksklasse Karlsruhe nach Runde 1 vom BSV-Ergebnisdienst

Der wohlverdiente, wenn auch knappe Gesamtsieg – ein super Saisonstart! Wie weit werden wir es diese Saison schaffen? Reicht es für die Rückkehr in die Bereichsliga, die wir letztes Jahr so unglücklich verließen? Wir dürfen gespannt sein. Diese Mannschaft weckt hohe Erwartungen!

Sven

Zum Autor dieses Beitrags: Sven Hermann spielte als fast Gründungsmitglied des SC uBu von Saison 2009/10 (damals Kreisklasse A2) an für den Verein. Mit Unterbrechung ist er bis heute Vereinsmitglied. Er lebt seit vielen Jahren in Karlsruhe und spielt aktiv Vereinsschach seit 1984. Damals erreichte er die Oberliga im SV Mittelrhein. Im BSV spielte er früher Verbandsliga.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

    1. Sven

      Freut mich, dass der Artikel Dir gefällt, Mathias. Danke für Dein Lob! Aus Deinem Mund ehrt es mich besonders. 🙂

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