Auftaktniederlage im Derby gegen Slavija

von Mathias Guthmann

Die Begegnung uBu gegen Slavija ist zwar nicht die Mutter aller Derbys, lässt aber an Brisanz und Emotionen nichts zu wünschen übrig.
Legendäre Derbys gibt es im Schachsport wenige, im Fußball dafür umso mehr. Zunächst denkt man natürlich an die unvergesslichen Kämpfe zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04. In sporthistorischer Erinnerung dürfte die Begegnung am 06.09.1969 bleiben. Damals wurde Friedel Rausch, der spätere Trainer von Schalke 04,  von einem Polizeihund in den Hintern gebissen. Auf die Frage, was passiert wäre, wenn das Tier ihn vorne erwischt hätte, soll er  geantwortet haben: „Er hätte sich die Zähne ausgebissen“.
Man verabreichte dem Abwehrspieler eine Tetanusspritze, Rausch hielt bis zum Abpfiff durch.

Ein Aufeinandertreffen der Top-Mannschaften von uBu und Slavija gab es vor Jahren im Pokal, seinerzeit obsiegten – wenn auch knapp – die Slavijaner.

Von Anfang an steht der Kampf unter einem schlechten Stern, Ausfälle treffen uns hart und unerwartet, es muss improvisiert werden. Das letzte Brett bleibt unbesetzt, ein Riesen-Handicap, ein bleischweres Psycho-Gewicht, das durch den schwierigen Kampf mitgeschleppt wird.

Slavija in ausgezeichneter Besetzung und hochmotiviert, so wie es sich für ein solches Match gehört.

Ein Blick auf die Aufstellung:

Ganz hervorragend schlagen sich unsere Spitzenbretter. An 1 spielt José Francisco  Blanco Villalba gegen Mariusz Marek eine glänzende Partie. Marek lässt im Mittelspiel eine Figur stehen, dafür gibt es keine Kompensation. Umsichtig wickelt José in ein klar gewonnenes Endspiel ab.

Marcus Krug hat es an Brett 2 mit Aleksandar Drakulic zu tun. In einer Skandinavischen Partie unterläuft Drakulic bereits im Anfangsstadium eine Ungenauigkeit, auf diesem Niveau wird so etwas bestraft. Die druckvolle Stellung des Anziehenden führt im weiteren Verlauf zu Schwächen im gegnerischen Lager, die Position erweist sich schließlich als unhaltbar.

An 3 einigen sich Wolfgang Henn und Andrej Sokerin auf ein Remis. Die spätere Analyse bestätigt die beiderseitige Einschätzung, mehr war hier leider nicht drin!

An 4 muss Mischa Rausch gegen den erfahrenen Reimund Schott spielen. Die Stellung ist vielversprechend, aber eben nicht stark genug um die Partie zu gewinnen. Schott weiß, wie man Varianten entsprechend ausreizt und geht als Sieger vom Brett.

An 5 spiele ich gegen Stephen Falk. Nach einem Springeropfer pariert Falk das Dauerschach. Zum Erfolg oder zumindest zum Ausgleich hätte vielleicht die Entnahme einiger gegnerischer Bauern mit unklarem Endspiel geführt. So aber muss ich leider das Handtuch werfen.

An 6 muss es Moritz Kühner mit Jovan Jovicic aufnehmen (DWZ 1668). Tapfer kämpft sich Kühner durch die Partie, stellt aber seine Bauern unglücklich. Sein König muss auf einer Flanke gegnerische Bauern bewachen, wohingegen des Gegners Monarch freies Geleit hat und schnell mit Bauernumwandlung droht, vorbei!

Äußerst kurios ist die Partie Bischoff gegen Gerlach an Brett 7.  Gerlach steht mit Extra-Offizier klar auf Gewinn, übersieht aber ein auf’s andere Mal den Gewinnzug. Einen weiteren Vorteil genießt er durch den Umstand, dass unser Mann partout die Uhr nicht drücken will, so rauschen die Minuten dahin wie ein Wässerlein durch’s Alpental. Mir wird das zu bunt, erst später vernehme ich mit Erstaunen die Nachricht vom Remis, Schach ist manchmal eben auch ein Glücksspiel.

Eine knappe Niederlage, bei Bestbesetzung hätte man sie vielleicht verhindern können. Jetzt heißt es in den nächsten Spielen zu punkten und vor allen Dingen vollzählig anzutreten, die Bereichsliga ist schließlich kein Ponyhof!

 

 

2 Gedanken zu „Auftaktniederlage im Derby gegen Slavija

  1. Naja kämpfen musste zeitweise eher mein Gegner. Ich hatte in der Eröffnung gut Druck aufgebaut. Leider habe ich da eine falsche Abzweigung gewählt und der Vorteil ist weg. Im Mittelspiel hätte ich nochmal deutlichen Vorteil erlangen können, aber auch da habe ich einen falchen Plan verfolgt. Am Ende stand ein Turmendspiel, bei dem der Gegner zunächst leichten Vorteil hat. Das Endspiel habe ich zugegebenermaßen schlecht behandelt, da half dann auch das von dir geschilderte Kämpfen nicht mehr.

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